Komponist Ruzicka klagt gegen GEMA-Reform und warnt vor 70 Prozent Einnahmeverlust
Philipp FischerKomponist Ruzicka klagt gegen GEMA-Reform und warnt vor 70 Prozent Einnahmeverlust
Der Komponist Peter Ruzicka geht rechtlich gegen die GEMA, die deutsche Verwertungsgesellschaft für Musikurheberrechte, vor. Er wirft der geplanten Reform vor, die Einnahmen der Komponisten um 70 Prozent zu kürzen und die Zukunft der ernsten Musik zu gefährden.
Ruzicka hat beim Bundeskartellamt Beschwerde eingereicht. Er fordert ein sofortiges Missbrauchsverfahren sowie einstweilige Maßnahmen, um die Abstimmung über GEMA-Reformplan mit dem Titel Die neue Kulturförderung zu stoppen. Die Abstimmung ist für die GEMA-Mitgliederversammlung am 6. und 7. Mai 2026 vorgesehen.
Laut Ruzicka sind die Änderungen irreversibel und nicht ausreichend begründet. Er warnt, dass sinkende Tantiemen junge Komponisten unter die für Stimmrechte erforderliche Einnahmegrenze drücken und ihnen damit das Mitspracherecht entziehen würden. Interne GEMA-Daten sowie der Deutsche Komponistenverband stützen seine Behauptungen.
Zudem wirft Ruzicka der GEMA vor, gegen Antidiskriminierungsgesetze zu verstoßen. Die Reform blockiere seiner Ansicht nach ungerechtfertigt den Marktzugang für ernste Musik und setze deren Überleben aufs Spiel.
Mit seiner Klage will Ruzicka die Reform vor der Mai-2026-Abstimmung stoppen. Bei Erfolg könnte die GEMA gezwungen werden, ihr Fördermodell zu überdenken. Das Ergebnis könnte maßgeblich beeinflussen, wie künftig Tantiemen an Komponisten verteilt werden.






