26 April 2026, 00:28

Kreuzberg protestiert gegen rechtsextremes Medium Nius – ohne Zwischenfälle trotz Drohungen

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Demonstration die Straße entlang, einige halten Schilder und andere fahren Fahrräder, im Hintergrund ein Gebäude mit Fenstern, Arkaden, Pfeilern und Skulpturen.

Kreuzberg protestiert gegen rechtsextremes Medium Nius – ohne Zwischenfälle trotz Drohungen

In Berlins Kreuzberg fand eine öffentliche Veranstaltung statt, die sich kritisch mit dem rechtsextremen Medium Nius auseinandersetzte. Rund 250 Menschen nahmen teil und füllten den Veranstaltungsort bis auf den letzten Platz. Trotz vorheriger Befürchtungen, es könnte zu Störungen durch Anhänger oder Mitarbeiter von Nius kommen, verlief die Zusammenkunft ohne Zwischenfälle.

Antifaschistische Aktivist:innen hatten die Veranstaltung in der Nähe des Dragonerareal-Geländes organisiert, um auf die Rolle von Nius bei der Verbreitung rechtsextremer Rhetorik aufmerksam zu machen. Redner:innen bezeichneten das Medium als "digitale Pranger" und "Hetze-Plattform", die gezielt Geflüchtete, Klimaaktivist:innen, NGOs und die demokratische Zivilgesellschaft angreift. Zudem schilderten sie, wie von Nius ins Visier genommene Personen häufig massiver Online-Hetze ausgesetzt sind – darunter Todesdrohungen, Vergewaltigungsdrohungen und brutale Beleidigungen.

Nius selbst hatte die Veranstaltung im Vorfeld beworben, die "Nein zu Nius"-Initiative jedoch als "linksextrem" und "steuerfinanziert" abgetan. Chefredakteur Julian Reichelt steht in der Kritik, die öffentliche Debatte gezielt nach rechts verschieben zu wollen. Trotz seiner aggressiven Haltung bleibt der tatsächliche Einfluss von Nius begrenzt: Das Medium zählt nicht zu den 100 meistgelesenen Online-Angeboten Deutschlands und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro.

Zu den Unterstützern von Nius gehört der Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Führungspitze pflegt. Unterdessen hatten Demonstrant:innen eine separate Kundgebung vor den Nius-Büros in der Ritterstraße geplant – ob diese stattfand, blieb jedoch unklar.

Die Veranstaltung endete friedlich, zur Erleichterung der Organisator:innen kam es zu keinen größeren Störungen. Nius steht weiterhin in der Kritik für seine spaltende Berichterstattung und die durch seine Kampagnen verursachten Schäden. Die finanziellen Probleme und die geringe Reichweite des Mediums stehen dabei im Kontrast zu seiner überproportionalen Rolle bei der Polarisierung der öffentlichen Debatte.

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