Kulturstaatsminister Weimer gerät wegen Buchhandels-Skandal und Gedenkstreit unter Druck
Sebastian FischerKulturstaatsminister Weimer gerät wegen Buchhandels-Skandal und Gedenkstreit unter Druck
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer steht wegen mehrerer umstrittenener Entscheidungen zunehmend in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz überprüfen zu lassen und sie von einem bedeutenden Literaturpreis ausgeschlossen zu haben. Trotz der Vorwürfe erhalten ihn wichtige politische Unterstützer öffentlich den Rücken.
Die jüngste Kontroverse begann, als Weimer angeblich den Verfassungsschutz anwies, bestimmte Buchhandlungen vor ihrer Aufnahme in den Deutschen Buchhandlungspreis zu prüfen. Später sagte er die gesamte Preisverleihung ab. Kritiker werfen ihm vor, damit kulturelle Anerkennung zu politisieren und die Unabhängigkeit der Szene zu gefährden.
Zudem wird Weimer aufgefordert, als Redner bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald-Dora zurückzutreten. Die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und Zwangsarbeiterverband begründete die Forderung mit Bedenken gegenüber seiner Haltung zur Erinnerungskultur.
Medienberichten zufolge versuchte Weimer zudem, Tricia Tuttle, die Direktorin der Berlinale, abzulösen – eine offizielle Bestätigung steht jedoch aus. Außerdem sieht er sich mit Widerstand konfrontiert, nachdem er einen Baustopp für die Erweiterung der Nationalbibliothek Leipzig veranlasste.
Bundeskanzler Friedrich Merz verteidigte Weimer am 25. März 2026 im Bundestag. Ein Kulturstaatsminister werde zwangsläufig Debatten auslösen, so Merz, dessen Entscheidungen jedoch auf breite Unterstützung stoßen. Er bekräftigte sein volles Vertrauen in den Minister und bezeichnete dessen Vorgehen in strittigen Kulturfragen als notwendig.
Die Bundesregierung hat bisher keine gemeinsame Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben, sodass Merz' Äußerungen die einzige offizielle Position bleiben.
Trotz wachsender Kritik genießt Weimer weiterhin die Rückendeckung des Kanzlers und zentraler Abgeordneter. Seine Entscheidungen zu Buchhandlungen, Kulturpreisen und Gedenkveranstaltungen stoßen jedoch weiterhin auf Widerstand. Vorerst bleibt sein Amt unangetastet – die Diskussionen über seinen Kurs halten indes an.






