10 April 2026, 16:18

"Lebendige Demokratie"-Reformen: 200 Projekte vor dem Aus – und die Politik streitet

Eine historische Posterkarte von Europa während der Schlacht von Leipzig, unterteilt in Abschnitte für Europa und Frankreich, mit nummerierten Regionen und Textbeschriftungen von Städten, Dörfern und geografischen Merkmalen.

"Lebendige Demokratie"-Reformen: 200 Projekte vor dem Aus – und die Politik streitet

"Lebendige Demokratie"-Initiative vor tiefgreifenden Änderungen

Die 2014 nach den rechtsextremen NSU-Morden ins Leben gerufene Initiative "Lebendige Demokratie" steht vor weitreichenden Reformen. Bundesministerin Karin Prien (CDU) kündigte Pläne an, das mit jährlich 200 Millionen Euro geförderte Programm umzugestalten. Im Rahmen der Neuerungen sollen bis Ende des Jahres über 200 Demokratieprojekte schrittweise auslaufen.

Ursprünglich dazu gedacht, Extremismus entgegenzuwirken und die Zivilgesellschaft zu stärken, bezeichnete Prien Teile des Programms zwar als erfolgreich, betonte jedoch, es brauche eine Reform, um ein "lernfähiges System" aufzubauen. Ihre Ankündigung löste umgehend Reaktionen quer durch das politische Spektrum aus.

Der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß begrüßte die Pläne und feierte öffentlich das erwartete Ende der Förderung für HateAid, eine Organisation, die Opfer digitaler Hetze unterstützt. Der SPD-Politiker Felix Döring verteidigte zwar das Engagement der Ampelkoalition für das Programm "Demokratie leben!", stellte jedoch einige Aussagen Priens infrage. Seine Parteikollegin Saskia Esken (SPD) ging weiter und warnte, die Kürzungen würden die Arbeit zivilgesellschaftlicher Gruppen destabilisieren.

Die Linke reagierte mit einem Antrag auf eine Debatte über die Mittelstreichungen. Die Abgeordnete Clara Bünger warf der Union vor, durch die Schwächung der Zivilgesellschaft indirekt der rechtspopulistischen AfD in die Hände zu spielen. Innerhalb der AfD selbst gab es unterschiedliche Positionen: Während Kay Gottschalk Prien für ihre Pläne dankte, forderte Martin Reichardt die komplette Abschaffung des Programms.

Bis 2025 sollen die Mittel für Dutzende Projekte gekürzt werden. Über 200 Initiativen, viele davon im Kampf gegen Extremismus oder zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements, blicken nun einer ungewissen Zukunft entgegen. Die politische Debatte über die Ausrichtung des Programms wird anhalten, während die Änderungen schrittweise umgesetzt werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle