Mai: Von Maibäumen, Hexennächten und dem Tag der Arbeit
Mai bringt wärmere Temperaturen und lebendige Bräuche in ganz Deutschland
In den Dörfern werden Maibäume aufgestellt, junge Männer klettern hinauf, und in den Städten finden große Feiern statt. Der Monat steht auch für den Tag der Arbeit – eine Mischung aus uralten Traditionen und modernen Festen.
Der Übergang von April zu Mai ist oft deutlich spürbar. Während der April noch kühl bleibt und die Bäume erst langsam austreiben, bringt der Mai grünes Laub und milde Temperaturen. Diese Veränderung bildet den Rahmen für langjährige Bräuche.
In der Nacht vom 30. April feiern die Deutschen den „Tanz in den Mai“. Auf dem Land versammeln sich die Dorfbewohner, um Maibäume auf den zentralen Plätzen aufzustellen. Unverheiratete Männer beteiligen sich am „Liebesmai“ und stellen kleinere Maibäume vor die Häuser ihrer Angebeteten. In den Alpenregionen hingegen messen sich junge Männer im Wettlauf den Stamm des Maibaums hinauf – ein fester Bestandteil der Feierlichkeiten.
Der Vorabend des 1. Mai ist auch als Walpurgisnacht bekannt. Der Volksglaube besagt, dass in dieser Nacht Hexen durch die Lüfte fliegen, was den Festen eine mystische Note verleiht. Berlin wird zum Zentrum der Maifeiern und bietet alles von Raves bis zu historischen Führungen. Doch die Stadt hat auch eine unruhige Vergangenheit: Die letzten größeren Straßenschlachten gab es 2010.
Der 1. Mai selbst ist der Tag der Arbeit, ein Feiertag mit Wurzeln in der amerikanischen Arbeiterbewegung. Doch nicht nur in Deutschland ist der Mai seit jeher eine Zeit der Feste – schon im alten Rom ehrte man den Frühling mit den Floralien, einem Fest der Blumen und der Erneuerung.
Von dörflichen Maibäumen bis zu Berlins vielfältigen Veranstaltungen verbindet der Mai alte Bräuche mit neuer Energie. Die Mischung aus Volksglauben, Arbeiterrechten und jahreszeitlichem Wandel hält die Traditionen lebendig. Und so begrüßen die Gemeinden den Frühling auf ihre ganz eigene Weise.






