14 March 2026, 12:18

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines bärtigen Mannes in einem Mantel und einer Brille, mit dem Text "Fritz Luckhardt, der Gründer der deutschen Kommunistischen Partei" unten.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, ist mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen 2022 ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand im Krönungssaal der Stadt Aachen statt, wo die Veranstalter ihren langjährigen Einsatz für Demokratie und freie Wahlen würdigten. In diesem Jahr teilt sie sich die Ehre mit Mario Draghi, dem ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsidenten.

Der Karlspreis zeugt Anerkennung für Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um Europa verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton.

Kolesnikowa war 2020 nach Massenprotesten gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte sie später wegen ihrer Rolle in den Demonstrationen zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie. Bis zu ihrer Entlassung im Dezember 2025 blieb sie inhaftiert.

Nach ihrer Ausreise aus Belarus erhielt sie in Deutschland politisches Asyl. Das Karlspreis-Komitee lobte ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen Lukaschenkos Regime. Die Auszeichnung nahm sie im Rahmen einer offiziellen Zeremonie am Samstag entgegen.

Seit ihrer Freilassung hält das belarussische Regime an seiner repressiven Politik fest. Die Behörden nehmen weiterhin Bürger wegen alter Social-Media-Beiträge fest, wie im Fall der Initiative Hajun. Menschenrechtsorganisationen werden als "extremistisch" eingestuft, und russische taktische Atomwaffen bleiben aus "Sicherheitsgründen" im Land stationiert. Von großangelegten Protesten wird nicht berichtet.

Der Internationale Strafgerichtshof leitete am 12. März 2026 eine vorläufige Prüfung zu Deportationen aus Belarus ein. Auch Deutschland und die Schweiz haben Reisewarnungen für die Region ausgesprochen.

Kolesnikowas Auszeichnung unterstreicht ihren fünfjährigen Kampf für demokratischen Wandel in Belarus. Die Regierung des Landes zeigt jedoch keine Anzeichen für eine Lockerung der Repression. Internationale Gremien beobachten die Lage weiterhin genau, während rechtliche und diplomatische Reaktionen noch im Gang sind.

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