Martin Herrenknecht warnt: Deutschlands Bürokratie bremst den Fortschritt aus
Philipp FischerMartin Herrenknecht warnt: Deutschlands Bürokratie bremst den Fortschritt aus
Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, warnt vor lähmender Bürokratie in Deutschland
Martin Herrenknecht, Chef des Tunnelbohrmaschinen-Herstellers Herrenknecht AG, hat scharf kritisiert, dass überbordende Bürokratie in Deutschland den Fortschritt ausbremst. Das Land befinde sich in einem „Dornröschen-Schlaf“ und könne mit schneller agierenden Nationen nicht mithalten. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der ein Logistikprojekt in Baden-Württemberg nach dreieinhalb Jahren Planung immer noch auf der Stelle tritt.
Herrenknechts Kritik unterstreicht den eklatanten Gegensatz zwischen den zähen Genehmigungsverfahren in Deutschland und effizienteren Systemen im Ausland. Ein vergleichbares Logistikvorhaben in Chennai, Indien, erhielt innerhalb von nur drei Monaten grünes Licht. Der Unternehmenslenker behauptet, dass er unter den heutigen regulatorischen Bedingungen sein eigenes Unternehmen kaum noch gründen könnte.
Die in Schwanau im Ortenaukreis ansässige Herrenknecht AG ist Weltmarktführer im Bereich Tunnelvortriebsmaschinen. Das Unternehmen beschäftigt rund 5.500 Mitarbeiter und war an prestigeträchtigen Großprojekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 beteiligt. Trotz dieser Erfolgsbilanz zeigte sich Herrenknecht verärgert über junge Absolventen, die zunehmend Sonderleistungen wie Sabbatjahre oder Homeoffice einfordern.
Er warnte, dass Deutschland ohne Reformen im Jahr 2023 „geradewegs gegen die Wand“ steuere. Seine Aussagen spiegeln wachsende Sorgen wider, ob das Land in einer immer schnelleren globalen Wirtschaft noch konkurrenzfähig bleiben kann.
Die Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten und die wachsenden bürokratischen Hürden haben bei Wirtschaftsführern Alarm ausgelöst. Herrenknechts Mahnungen verweisen auf tiefgreifende strukturelle Herausforderungen, die Deutschlands wirtschaftliche Zukunft belasten. Ohne grundlegende Veränderungen droht das Land weiter hinter dynamischeren Wettbewerbern zurückzufallen.






