Marzahn Pride 2023: Sichtbarkeit als Widerstand gegen Queerfeindlichkeit
Sebastian FischerMarzahn Pride 2023: Sichtbarkeit als Widerstand gegen Queerfeindlichkeit
Marzahn Pride kehrt in diesem Jahr zur siebten Auflage zurück
Die von Quarteera e.V. organisierte Veranstaltung will auf die Herausforderungen aufmerksam machen, denen queere Geflüchtete und Migrant:innen im Bezirk Marzahn gegenüberstehen. Das Motto 2023 lautet: „Sichtbarkeit ist Widerstand“.
Der Umzug startet um 12 Uhr an der Allee der Kosmonauten. Eröffnungsreden halten Vanessa Krah, die Queer-Beauftragte Marzahns, und Gordon Lemm. Ab 14:30 Uhr folgt ein Nachbarschaftsfest mit Livemusik, DJs, Streetfood und weiteren Aktivitäten.
Im vergangenen Jahr war die Veranstaltung durch Drohungen der rechtsextremen Gruppe Deutsche Jugend Voran belastet worden. Zwar gibt es bisher keine konkreten Hinweise auf eine Mobilisierung der extremen Rechten gegen den diesjährigen Marzahn Pride, doch warnt Krah vor Leichtsinn. Sie verweist auf spontane Neonazi-Aufmärsche in der Vergangenheit und anhaltende Einschüchterungsversuche als Gründe für erhöhte Wachsamkeit.
Laut Berliner Register diskriminierender Vorfälle nehmen körperliche Angriffe und rechtsextreme Propaganda in Marzahn zu. Bundesweit waren 2023 fast die Hälfte aller Pride-Veranstaltungen von Angriffen, Störungen oder Einschüchterungsversuchen durch rechtsextreme Gruppen betroffen.
Trotz der früheren Bedrohungen bleiben die Organisator:innen entschlossen, den Marsch und das Fest wie geplant durchzuführen – mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Lokale Behörden und Unterstützer:innen beobachten die Lage weiterhin genau.






