Mieter zahlen mehr für weniger Wohnfläche: Bis zu 29 Quadratmeter Verlust in zwei Jahren
Philipp FischerMieter zahlen mehr für weniger Wohnfläche: Bis zu 29 Quadratmeter Verlust in zwei Jahren
Mieter in ganz Deutschland bekommen für ihr Geld deutlich weniger Wohnfläche als noch vor zwei Jahren. Eine neue Analyse zeigt: In 60 der 80 größten Städte des Landes hat sich die Wohnfläche, die für 1.000 Euro warmem Mietbudget verfügbar ist, seit 2020 um mindestens 10 Prozent verringert. Steigende Baukosten und höhere Zinsen treiben die Mieten in rasantem Tempo in die Höhe.
In Wiesbaden umfasste die Kaltmiete von 1.000 Euro im März 2022 noch durchschnittlich 91 Quadratmeter. Heute sind es bei gleichem Budget nur noch 82 Quadratmeter – ein Minus von neun Quadratmetern oder 9,9 Prozent. Die Stadt steht mit dieser Entwicklung nicht allein da.
Auch in Berlin ist der Rückgang drastisch: Für 1.000 Euro erhalten Mieter heute 16 Quadratmeter weniger als 2022. Hamburg verzeichnet ein ähnliches Muster und verliert bei gleichem Mietbudget 12 Quadratmeter Wohnfläche. Am stärksten betroffen ist Gelsenkirchen, wo Mieter für 1.000 Euro heute 29 Quadratmeter weniger bekommen – ein Rückgang um 16,5 Prozent.
In Mainz schrumpfte die Fläche bei gleicher Miete seit 2022 um neun Quadratmeter. Experten führen die Entwicklungen auf ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zurück, darunter den sogenannten „Überlaufeffekt“ und „Nachholeffekt“. Dabei verlagert sich die Nachfrage von teuren Städten in günstigere Regionen und treibt so die Mieten flächendeckend in die Höhe.
Der Schwund an Wohnfläche spiegelt die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt wider. Angesichts steigender Baukosten und höherer Zinsen müssen Mieter in den meisten Großstädten Deutschlands mehr für weniger Platz bezahlen. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht – die Nachfrage übersteigt in vielen urbanen Gebieten weiterhin das Angebot.






