05 April 2026, 02:17

Neues Online-Portal enthüllt rechtsextreme Propaganda von 1945 bis heute

Offenes Buch mit handgeschriebener Schrift auf altem Papier, das Wasserzeichen am unteren Rand aufweist, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland.

Neues Online-Portal enthüllt rechtsextreme Propaganda von 1945 bis heute

Ein neues Online-Portal bietet ab sofort kostenlosen Zugang zu historischen Dokumenten über rechtsextreme Strömungen in Deutschland. Der Zeitraum von 1945 bis 2000 wird abgedeckt, mit dem Ziel, Forschung, Bildung und das öffentliche Bewusstsein zu fördern. Über 30 Fachleute haben die Materialien annotiert und für eine breitere Nutzung aufbereitet.

Das unter radikale-rechte.de abrufbare Portal gibt einen detaillierten Einblick, wie sich rechtsextreme Propaganda über Jahrzehnte entwickelt hat. In den 1940er- und 1950er-Jahren verbreiteten extremistische Gruppen offen antisemitische Klischees, wie sie etwa in NS-Propagandafilmen wie Jud Süß oder Nachkriegszeitschriften wie Nation Europa zu finden waren. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verlagerten sich die Strategien hin zu verschlüsselter Sprache: Holocaustleugnung und antizionistische Rhetorik wurden oft getarnt und über ausländische Server oder frühe Internetforen verbreitet.

Heute richtet sich rechtsextreme Propaganda gezielt an jüngere Zielgruppen über Plattformen wie Instagram, TikTok und Telegram. Im Mittelpunkt stehen emotionale Trigger, darunter Migrationsdebatten, der Vorwurf einer "Lügenpresse" oder Parolen wie "Wir sind das Volk" – verstärkt durch algorithmisch gesteuerte Inhalte. Das Portal umfasst Propagandatexte, gewaltverherrlichende Aufrufe sowie Materialien, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richten.

Herausgegeben wird das Projekt von Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), und Prof. Dr. Gideon Botsch vom Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam (MMZ). Ihr Team hat die Dokumente so aufbereitet, dass die Wandlungsprozesse rechtsextremer Bewegungen nachvollziehbar werden.

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Das Portal dient als Ressource für Forscher:innen, Schulen und politische Bildungsinitiativen. Indem es die Entwicklung rechtsextremer Rhetorik und Taktiken dokumentiert, liefert es Werkzeuge, um extremistische Narrative zu verstehen und ihnen entgegenzuwirken. Sämtliche Materialien stehen für die öffentliche und wissenschaftliche Nutzung kostenfrei online zur Verfügung.

Quelle