Niedersachsen schlägt mit Großrazzien gegen Schwarzarbeit und Mindestlohnbetrug zu
Lotta BrandtNiedersachsen schlägt mit Großrazzien gegen Schwarzarbeit und Mindestlohnbetrug zu
Behörden in Niedersachsen führen zwei Großrazzien gegen Schwarzarbeit und Mindestlohnverstöße durch
In den vergangenen zwei Jahren haben die niedersächsischen Behörden zwei großangelegte Kontrollaktionen gegen illegale Beschäftigung und Verstöße gegen den Mindestlohn durchgeführt. Die jüngste Razzia fand Anfang 2026 statt und richtete sich gegen die Baubranche, während eine landesweite Kampagne im März 2026 den Friseurhandwerksektor im Fokus hatte. Beide Einsätze erfolgten in enger Zusammenarbeit mehrerer Behörden, um Arbeitsgesetze durchzusetzen und faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.
Eine der umfangreichsten Kontrollen fand am 12. September 2025 in Ahlhorn statt, wo rund 100 Beamte Gaststätten und Läden auf die Einhaltung von Arbeits-, Steuer- und Sicherheitsvorschriften überprüften.
Am 12. September 2025 führten Zoll, Polizei und lokale Behörden in Ahlhorn eine großangelegte Kontrollaktion durch. Rund 100 Einsatzkräfte des Zolls, der Polizei, der Landkreisverwaltung Oldenburg und der Gemeinde Großenkneten durchsuchten zehn Gaststätten und Geschäfte entlang der Wildeshauser Straße und "Am Lemsen". Im Mittelpunkt standen die Überprüfung der Mitarbeiteranmeldungen, die Einhaltung des Mindestlohns sowie die Befolgung arbeitsrechtlicher Bestimmungen. Zudem wurden Gaststättenlizenzen, gewerberechtliche Vorschriften und Arbeitssicherheitsstandards kontrolliert.
Die Aktion dauerte bis etwa 21:30 Uhr und führte zeitweise zu Sperrungen der Wildeshauser Straße. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Beamten ein Kilogramm nicht versteuerten Wasserpfeifentabak und leiteten ein Steuerhinterziehungsverfahren gegen einen Gewerbetreibenden ein. In zwei weiteren Betrieben wurde unversteuerter Kaffee entdeckt, was zu Nachzahlungen der Kaffeesteuer und zollrechtlichen Zuschlägen führte. Zudem sicherten die Behörden potenziell gefälschte Dokumente aus einem Safe.
Anfang 2026 folgte eine bundesweite Kontrollwelle im Baugewerbe, bei der 66 Zollbeamte aus Braunschweig, Göttingen und Hildesheim auf regionalen Baustellen 220 Beschäftigte überprüften. Eine weitere Kampagne im März 2026 zielte auf den Friseurhandwerksektor in ganz Niedersachsen ab – beteiligt waren kommunale Behörden sowie Zollstellen in Braunschweig, Bremen, Hannover, Oldenburg und Osnabrück.
Hendrik Raytarowski betonte die Bedeutung der engen Zusammenarbeit der Behörden, um illegale Beschäftigungsstrukturen zu bekämpfen. Stephanie Grotheer ergänzte, dass solche länderübergreifenden Einsätze nicht nur wirksam seien, sondern auch ehrlichen Unternehmen zugutekämen, indem sie für Chancengleichheit sorgten.
Die Kontrollen deckten Steuervergehen, nicht deklarierte Waren und mögliche Urkundenfälschungen auf. In mehreren Fällen wurden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, weitere Prüfungen laufen noch. Die Aktionen unterstreichen das anhaltende Engagement der Behörden, Arbeitsgesetze durchzusetzen, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und Ausbeutung in Schlüsselbranchen Niedersachsens zu verhindern.






