Niedersachsen setzt auf Tiefe Geothermie als Schlüssel für die Energiewende
Lotta BrandtNiedersachsen setzt auf Tiefe Geothermie als Schlüssel für die Energiewende
Tiefe Geothermie gewinnt in Niedersachsen als Schlüsselelement der Energiewende an Fahrt. Die Nachfrage von Kommunen, regionalen Versorgern und großen Energieverbrauchern steigt rasant. Um diesen Wandel zu unterstützen, hat der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD) nun eine detaillierte Kartenserie veröffentlicht, die die vielversprechendsten Fördergebiete ausweist.
Die neuen Karten konzentrieren sich auf uralte Gesteinsschichten, die über 200 Millionen Jahre alt sind und zur Exter-Formation aus der Keuper-Zeit gehören. Diese Schichten enthalten wasserdurchlässige Sandsteine, die sich ideal für die Geothermie eignen – mit Temperaturen von über 100 Grad Celsius in Tiefen von bis zu 2.600 Metern.
Geothermische Systeme funktionieren, indem sie Thermalwasser durch Tiefenbohrungen fördern, die Wärme an der Oberfläche nutzen und das abgekühlte Wasser zurück in den Untergrund leiten. Die gewonnene Energie kann dann Fernwärmenetze oder große Industrieabnehmer versorgen. Die meisten deutschen Geothermie-Bohrungen reichen heute in Tiefen zwischen 2.000 und 3.500 Meter – deutlich unter der 400-Meter-Grenze, ab der von Tiefer Geothermie gesprochen wird.
Fachleute des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) werteten Daten von über 1.100 Tiefenbohrungen aus, um die Karten zu erstellen. Das Tool hilft Projektentwicklern, schnell geeignete Standorte zu identifizieren und das Risiko kostspieliger Erkundungen zu verringern. Trotz des beträchtlichen ungenutzten Potenzials in Norddeutschland haben hohe Bohrkosten und geologische Unsicherheiten die Verbreitung bisher gebremst.
Die neue Kartenserie steht ab sofort online zur Verfügung und bietet eine klare Orientierungshilfe für zukünftige Geothermie-Projekte. Durch die präzise Ausweisung geeigneter Regionen will der NGD Investitionen beschleunigen und die Technologie vorantreiben. So könnte die Tiefe Geothermie zu einem zentralen Baustein der nachhaltigen Energieversorgung in Niedersachsen werden.






