Niedersachsens Ministerpräsident Lies wirbt in China für Volkswagen-Kooperationen ohne Jobverluste
Tobias NeumannNiedersachsens Ministerpräsident Lies wirbt in China für Volkswagen-Kooperationen ohne Jobverluste
Olaf Lies, Ministerpräsident von Niedersachsen, hat kürzlich China bereist, um sich über die Aktivitäten und Mobilitätsinnovationen von Volkswagen zu informieren. Der Besuch erfolgt zu einer Zeit, in der das Bundesland – das mit 20 Prozent an dem Autokonzern beteiligt ist – die Zusammenarbeit mit China vorantreiben will, ohne dabei deutsche Arbeitsplätze zu gefährden.
Während der Reise begutachtete Lies das umfangreiche Produktionsnetz von Volkswagen in China, das mehr als 30 Standorte umfasst. Zudem setzte er sich mit neuen Mobilitätskonzepten auseinander, die im Land entwickelt werden, um deren mögliche Auswirkungen auf Europa zu bewerten.
Der Minister betonte, dass deutsche Hersteller China eher durch Kooperation als durch Abschottung begegnen sollten. Eine Isolation Europas vom chinesischen Wettbewerb halte er für weniger wirksam als die Suche nach gemeinsamen Lösungen.
Lies forderte eine überarbeitete nationale Chinastrategie, die die wachsende Präsenz chinesischer Autokonzern in Europa berücksichtigt. Selbst eine Produktion chinesisch entwickelter Fahrzeuge in den deutschen Volkswagen-Werken schloss er nicht aus – vorausgesetzt, dies sichere lokale Arbeitsplätze und erhalte die volle Produktionskapazität.
Sein Ansatz spiegelt den Einfluss Niedersachsens auf Volkswagen wider, da das Bundesland durch seine Beteiligung ein Vetorecht bei wichtigen Unternehmensentscheidungen besitzt.
Die Reise unterstreicht die Notwendigkeit, dass Deutschland seine Industriepolitik angesichts des expandierenden chinesischen Automobilsektors anpassen muss. Lies' Vorschläge könnten künftige Kooperationen zwischen Volkswagen und chinesischen Partnern prägen, wobei der Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland oberste Priorität behält. Die Ergebnisse könnten zudem die breitere Debatte über die wirtschaftliche Beziehung Europas zu China beeinflussen.






