17 March 2026, 18:22

NRW führt schärferes Gesetz gegen Slum-Vermieter und Wohnungsmissbrauch ein

Schwarz-weißes Schild an einem Gebäude mit der Aufschrift "Bitte nicht litterin' Verstoßende werden verfolgt Kein Abladen."

Wie NRW den Missbrauch von Wohnungen mit Schrottimmobilien stoppt - NRW führt schärferes Gesetz gegen Slum-Vermieter und Wohnungsmissbrauch ein

Nordrhein-Westfalen verschärft Vorgehen gegen Slum-Unterkünfte und ausbeuterische Vermieter mit neuem Gesetz

Die Landesregierung hat das Gesetz für faires Wohnen verabschiedet, das strengere Regeln für Mietwohnungen einführt. Behörden erhalten damit mehr Befugnisse, um bei schwerwiegender Vernachlässigung oder Missbrauch von Wohnraum einzugreifen.

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Im Fokus stehen Gebiete, in denen Slum-Bedingungen und die Ausbeutung von Arbeitnehmern wiederholt dokumentiert wurden. Städte wie Düsseldorf – insbesondere die Stadtteile Flingern und Unterbilk –, Köln (Keupstraße in Mülheim und Chorweiler), Duisburg (Marxloh) sowie Gelsenkirchen (Buer) gerieten in den vergangenen fünf Jahren immer wieder in die Kritik. Berichte von Verbraucherschutzorganisationen und Polizeirazzien in illegalen Unterkünften deckten menschenunwürdige Wohnverhältnisse auf, bei denen Arbeiter überteuerte Mieten zahlen mussten.

Mit dem neuen Gesetz werden ausbeuterische Wohnpraktiken vollständig verboten. Vermieter, die Mieter in überbelegte oder unsichere Wohnungen zu Wucherpreisen drängen, müssen mit Strafen rechnen. Die Behörden erhalten zudem erweiterte Instrumentarien, etwa die Möglichkeit, Treuhänder für Problemimmobilien zu bestellen oder diese in Extremfällen zu enteignen. Eine Enteignung kommt jedoch nur infrage, wenn vorherige Versuche, das Objekt zu erwerben und zu sanieren, scheitern.

Auch bei Kurzzeitvermietungen werden die Auflagen verschärft: Die genehmigungsfreie Frist sinkt von 90 auf 56 Tage pro Jahr. Kommunen können von Vermietern verlangen, ihre Objekte zu registrieren und Qualitätsprüfungen zu durchlaufen, um ein "Fair-Wohnen-Zertifikat" zu erhalten. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 500.000 Euro.

Zudem zielt das Gesetz auf die Bekämpfung von Sozialbetrug ab, indem der Datenaustausch zwischen Behörden verbessert wird. Ausgedehnte Meldepflichten sollen Missbrauch von Wohnungsgeld aufdecken. Bei Zustimmung könnte das Fair-Wohnen-Gesetz bereits in diesem Herbst das Wohnungsstärkungsgesetz von 2021 ersetzen.

Die neuen Regelungen geben den Kommunen mehr Kontrolle über Wohnstandards und deren Durchsetzung. Strengere Kontrollen, höhere Strafen und erweiterte Eingriffsrechte sollen Slum-Bedingungen und Ausbeutung reduzieren. Der Erfolg des Gesetzes hängt jedoch von der Umsetzung und der Zusammenarbeit der Behörden ab.

Quelle