Olympia-Bewerbung: Deutschlands Städte zögern – wer wagt das Risiko?
Sebastian FischerOlympia-Bewerbung: Deutschlands Städte zögern – wer wagt das Risiko?
Deutschlands Bewerbung um die Olympischen Spiele steht vor Unsicherheiten – Städte wägen ihre Optionen ab
Die Bewerbung Deutschlands um die Austragung der Olympischen Spiele steht vor ungewisser Zukunft, da die infrage kommenden Städte ihre Möglichkeiten prüfen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September einen Kandidaten auswählen, doch politische und öffentliche Hürden bleiben bestehen. Berlins Bestrebungen stoßen auf Widerstand von Aktivisten, während andere Regionen stärker hinter einer Bewerbung stehen.
Die Entscheidung fällt nur wenige Tage nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September, die die olympischen Ambitionen der Hauptstadt prägen könnte.
Der DOSB wird am 26. September über den deutschen Bewerber entscheiden, wobei Berlin, Hamburg, München und Nordrhein-Westfalen im Rennen sind. München und Nordrhein-Westfalen verfügen über solide öffentliche Unterstützung – etwa zwei Drittel der Befragten befürworten eine Bewerbung. Hamburg hingegen bleibt gespalten, nachdem die Stadt 2015 eine Bewerbung für die Spiele 2024 mit 51,6 Prozent Ablehnung scheiterte.
Berlins Kandidatur sieht sich mit direkter Opposition durch die Kampagne „NoOlympia“ konfrontiert, die von der Linken und den Grünen unterstützt wird. Die Initiative sammelt Unterschriften für ein Referendum 2027, um die Spiele zu verhindern. Bürgermeister Kai Wegner und Sportchef Kaweh Niroomand wies die Bedenken zurück und argumentieren, dass Berlins internationaler Ruf die Stadt zu einem starken Kandidaten mache. Selbst wenn die Hauptstadt ausgewählt würde, bestünde jedoch das Risiko einer späteren Ablehnung in einer Volksabstimmung.
Ein Berliner Referendum könnte aufgrund rechtlicher Fristen frühestens in einem Jahr stattfinden. Gleichzeitig verlangt Hamburgs Landesparlament für eine Abstimmung eine Zweidrittelmehrheit – eine Unterstützung, über die weder Hamburg noch Berlin derzeit verfügen.
Die Entscheidung des DOSB am 26. September wird maßgeblich von der politischen und öffentlichen Stimmung abhängen. Die Ergebnisse der Berliner Wahl am 20. September könnten die Weichen stellen, während Hamburgs unsichere Unterstützung die Bewerbung der Hansestadt in Frage stellt. Sollte Berlin den Zuschlag erhalten, würde die Drohung eines späteren Referendums zusätzliche Komplikationen für Deutschlands olympische Pläne mit sich bringen.






