ÖPNV in NRW: Kürzere Arbeitszeiten, aber drohen jetzt höhere Ticketpreise?
Philipp FischerÖPNV in NRW: Kürzere Arbeitszeiten, aber drohen jetzt höhere Ticketpreise?
Beschäftigte im Öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen haben eine Vereinbarung zur Verkürzung ihrer Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich durchgesetzt. Der Kompromiss umfasst zudem verlängerte Ruhezeiten und bessere Schutzregelungen für kurzfristig Beschäftigte. Langfristig könnten die höheren Kosten jedoch zu steigenden Ticketpreisen für Fahrgäste führen.
Ab Juli 2027 sinkt die Wochenarbeitszeit für Bus- und Bahnfahrer in der Region schrittweise von 39 auf 38,5 Stunden, bis sie im Juli 2028 schließlich 38 Stunden beträgt. Die Löhne bleiben dabei unverändert – die Beschäftigten verdienen damit effektiv mehr pro Stunde. Zudem steigen die Sonntagszuschläge, und die gesetzlichen Ruhezeiten werden ausgeweitet.
Ziel der Änderungen ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, doch sie gehen mit höheren Ausgaben einher. Verkehrsbetriebe könnten gezwungen sein, zusätzliches Personal einzustellen, um den Fahrplan aufrechtzuerhalten. Bei gleicher Leistung, aber weniger Arbeitsstunden, steigen die Personalkosten zwangsläufig.
Ungeklärt ist bisher, wie die Mehrkosten finanziert werden sollen. Zur Diskussion stehen öffentliche Zuschüsse, Mittel von Bund und Ländern oder eine Anhebung der Fahrpreise. Zwar gilt eine sofortige Preiserhöhung als unwahrscheinlich, langfristig könnten Fahrgäste jedoch belastet werden, falls die Ausgaben weiter steigen.
Der Tarifabschluss bedeutet einen Fortschritt für die Beschäftigten im ÖPNV, die von besserer Bezahlung und Arbeitsbedingungen profitieren. Doch wenn keine alternativen Finanzierungsquellen gefunden werden, könnte die Last auf die Fahrgäste abgewälzt werden. Nun müssen die Verkehrsunternehmen entscheiden, wie sie die steigenden Kosten tragen – ohne dabei den Betrieb zu gefährden.






