Parkuhren-Betrug in Kempten: Ehepaar soll 1,9 Millionen Euro gestohlen haben
Sebastian FischerParkuhren-Betrug in Kempten: Ehepaar soll 1,9 Millionen Euro gestohlen haben
In Kempten hat ein Prozess gegen ein Ehepaar begonnen, das beschuldigt wird, fast 1,9 Millionen Euro aus städtischen Parkuhren gestohlen zu haben. Der 40-jährige Stadtangestellte und seine 38-jährige Frau sollen das System jahrelang betrieben haben, bis eine Bank verdächtige Transaktionen meldete. Seit ihrer Festnahme Ende 2025 sitzen beide in Untersuchungshaft.
Der Mann arbeitete für die Stadt und entnahm über mehr als ein Jahrzehnt systematisch Bargeld aus den Parkuhren. Seine Frau soll ihm geholfen haben, das Geld zu waschen, indem sie es auf Konten einzahlte oder gegen Geschenkgutscheine eintauschte. Die Behörden wurden erst auf den Betrug aufmerksam, als eine Bank ungewöhnliche Kontenbewegungen registrierte.
Nach der Verhaftung des Paares ließ die Stadt Kempten eine Prüfung des Parksystems durchführen. Zudem wurden alle Schlösser der Parkuhren ausgetauscht, um weitere Diebstähle zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft fordert nun die vollständige Rückerstattung der gestohlenen Gelder.
Jahre lang agierte das Paar weitgehend unauffällig – bis das Finanzsystem sie im November 2025 enttarnte. Die Wartung der Parkuhren war an ein externes Unternehmen ausgelagert worden, das weder mit der Kommune noch mit dem Betrug in Verbindung stand.
Der Prozess wird nun über das Schicksal des Paares entscheiden, dem jahrelange Veruntreuung vorgeworfen wird. Bei einer Verurteilung drohen ihnen harte Strafen, darunter der Verlust des gesamten illegal erworbenen Vermögens. Der Fall hat bereits zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen im Kemptener Parksystem geführt.






