Radikale Gesundheitsreform: 66 Maßnahmen gegen 40-Milliarden-Defizit bis 2030
Lotta BrandtRadikale Gesundheitsreform: 66 Maßnahmen gegen 40-Milliarden-Defizit bis 2030
Eine von der Regierung eingesetzte Kommission hat weitreichende Reformen im Gesundheitswesen vorgeschlagen, um das wachsende Defizit zu bekämpfen. Ohne Änderungen droht dem System bis 2027 ein Fehlbetrag von 15 Milliarden Euro und bis 2030 von über 40 Milliarden Euro. Der vollständige Bericht ist nun auf der Website des Gesundheitsministeriums abrufbar.
Die Expertengruppe skizzierte 66 Maßnahmen, um Kosten zu senken und zusätzliche Mittel aufzubringen. Eine zentrale Empfehlung sieht vor, die Krankenversicherungsbeiträge für Bürger im Bezug von Grundsicherung in Höhe von 12 Milliarden Euro aus Bundessteuermitteln zu decken. Ärzte, Krankenhäuser und Pharmaunternehmen sollen durch Einsparungen 19 Milliarden Euro beisteuern, während Patienten durch höhere Zuzahlungen bei verschreibungspflichtigen Medikamenten rund 4 Milliarden Euro aufbringen müssten.
Versicherte und ihre Arbeitgeber werden im kommenden Jahr mit etwa 260 Euro höheren Beiträgen belastet, bis 2030 könnten es bis zu 680 Euro mehr sein. Die Kommission schlägt zudem höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke vor. Ein weiterer Vorschlag sieht vor, vor planbaren Knieoperationen eine zweite ärztliche Meinung einzuholen – denn 85 Prozent der Patienten, die dies tun, verzichten anschließend vollständig auf den Eingriff.
Bei vollständiger Umsetzung könnten die Reformen bereits im nächsten Jahr 42 Milliarden Euro einsparen und bis 2030 sogar 64 Milliarden Euro. Ziel der geplanten Änderungen ist es, die Finanzierung des Gesundheitssystems in den kommenden zehn Jahren zu stabilisieren. Höhere Zuzahlungen, neue Steuern und strengere medizinische Richtlinien sollen die Ausgaben drosseln, während ein Teil der Kosten auf Patienten und die Industrie verlagert wird. Nun muss die Regierung entscheiden, welche der Empfehlungen sie übernehmen wird.






