05 April 2026, 10:17

Rechtsextreme Gewalt gegen Zivilgesellschaft erreicht alarmierenden Höhepunkt in Ostdeutschland

Große Gruppe von Menschen bei einer LGBTQ+-Rechtsdemo in Berlin, die Fahnen und Schilder schwenkt, mit Gebäuden, einem Kran und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Rechtsextreme Gewalt gegen Zivilgesellschaft erreicht alarmierenden Höhepunkt in Ostdeutschland

Rechtsextreme Angriffe auf die Zivilgesellschaft in Deutschland nehmen dramatisch zu

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In den vergangenen Monaten haben rechtsextreme Übergriffe auf zivilgesellschaftliche Akteure und demokratische Einrichtungen in Deutschland stark zugenommen. Ein aktueller Bericht dokumentiert einen deutlichen Anstieg von Drohungen, Vandalismus und Gewalt gegen demokratische Institutionen. Expert:innen warnen, dass die AfD zwar Ziele markiere, andere extremistische Gruppen jedoch zunehmend zu körperlichen Angriffen übergingen.

Allein im Jahr 2025 registrierte die Amadeu Antonio Stiftung 112 Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen – im Schnitt fast einen alle drei Tage. Die Hälfte dieser Vorfälle ereignete sich in Ostdeutschland, wo Aktivist:innen und Organisationen seit Langem mit anhaltenden Bedrohungen konfrontiert sind. So wurde das Rainbow Center in Cottbus kurz vor den lokalen Christopher Street Day-Feierlichkeiten in Brand gesetzt, während ein autonomes Jugendzentrum in Hannover mit Buttersäure beschmiert wurde.

Bastian Drumm, Sozialarbeiter bei der Kontaktstelle Holler in Kusel, berichtete von Hassbriefen, Todesdrohungen und anhaltender Einschüchterung. Unterdessen forderte die AfD-Fraktion in Riesa, dass alle Jugendlichen in Jugendzentren namentlich und mit Adresse erfasst werden sollen. Die Partei nutzt wiederholt parlamentarische Initiativen, um demokratische Gruppen zu schikanieren und Behörden mit bürokratischen Anforderungen zu belasten.

Die Lage verschärfte sich weiter, nachdem Bundesfamilienministerin Karin Prien eine Umstrukturierung des Programms "Demokratie leben!" ankündigte, wodurch rund 200 geförderte Projekte in ihrer Zukunft verunsichert sind. Drumm kritisierte den Kurs der Ministerin und forderte stattdessen eine Stärkung und den Ausbau der Initiative. Der Bericht verzeichnete zudem 211 antisemitische Vorfälle an NS-Gedenkstätten im Jahr 2024 – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Besonders besorgniserregend ist die Situation in Bremen, das als Region mit dringendem Handlungsbedarf eingestuft wurde.

Die Welle der Angriffe hat viele zivilgesellschaftliche Gruppen in eine prekäre Lage gebracht. Angesichts von Kürzungen bei der Förderung und wachsendem politischem Druck fordern Aktivist:innen konkrete Maßnahmen zum Schutz demokratischer Strukturen. Die Daten belegen eine eskalierende Bedrohung – vor allem in Ostdeutschland, wo rechtsextreme Feindseligkeit weiter zunimmt.

Quelle