Reform der Regionalliga spaltet Vereine: "Tiefgreifend fehlerhaft oder fair?"
Sebastian FischerReform der Regionalliga spaltet Vereine: "Tiefgreifend fehlerhaft oder fair?"
Ein vorgeschlagenes regionales Modell zur Neuordnung der Regionalliga hat heftige Kritik von Vereinen und Funktionären ausgelöst. Gegner des Plans werfen den Verantwortlichen vor, die vierte Liga des deutschen Fußballs durch die Zusammenlegung von Staffeln und die Missachtung von Reisebelastungen ungerecht umzugestalten. Befürworter eines alternativen Systems haben sich in ihrer Ablehnung vereint und das Vorhaben als "tiefgreifend fehlerhaft" bezeichnet.
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht eine Reform, die die Nord-, Nordost- und Bayern-Staffeln zu zwei Ligen zusammenfassen würde, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert blieben. Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe hatte zuvor eine Struktur mit vier Staffeln beschlossen, um allen Regionalliga-Meistern den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen.
Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, bezeichnete das regionale Modell als "schlechten Witz" und warf den führenden Gremien des deutschen Fußballs "besorgniserregende Fehleinschätzungen" vor. Unterstützung erhielt er von Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), der den Vorschlag als "völlig realitätsfremd" und als Bestrafung für kritische Vereine brandmarkte. Winkler argumentierte zudem, dass das Modell den NOFV faktisch auflösen würde.
Demgegenüber sieht das Kompass-Modell – unterstützt von rund 70 Vereinen in der Aufstiegsreform-Initiative – eine jährliche Neuordnung der vier Staffeln nach Reiseentfernungen vor. Toni Wachsmuth, Geschäftsführer des 1. FC Lokomotive Leipzig, verteidigte die Regionalliga Nordost als die "wettbewerbsintensivste und historisch bedeutendste" mit den höchsten Zuschauerzahlen. Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", warnte, das regionale Modell sei ein politischer Schachzug, der den deutschen Fußball spalten könnte.
Die Debatte offenbart tiefe Gräben über die Zukunft der Regionalliga. Während Befürworter des Kompass-Modells Fairness und Praktikabilität betonen, werfen Gegner dem regionalen Vorschlag vor, Tradition und Wettbewerb zu untergraben. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie die vierte Liga ab 2025 strukturiert sein wird.






