"Regio Pass" startet: Digital-Abo vernetzt regionale Zeitungen für Leser:innen
Lotta Brandt"Regio Pass" startet: Digital-Abo vernetzt regionale Zeitungen für Leser:innen
"Regio Pass": Neues Digital-Abo-Modell verbindet regionale Zeitungen
Ein neues Pilotprojekt für digitale Abonnements unter dem Namen "Regio Pass" ist gestartet und bietet Leser:innen Zugang zu Inhalten verschiedener Regionalzeitungen. Das Modell ermöglicht es Fußballfans von Vereinen wie Waldhof Mannheim oder dem Karlsruher SC (KSC), Nachrichten über den SC Freiburg zu lesen, während Kulturinteressierte in Freiburg oder Mannheim Rezensionen aus dem Festspielhaus Baden-Baden entdecken können. Hinter der technischen Umsetzung steht die Contentpass GmbH mit Sitz in Kleinmachnow.
Der "Regio Pass" ist ein Gemeinschaftsprojekt dreier Zeitungen, das digitale Abos fördern soll. Es vernetzt regionale Interessen – etwa indem Anhänger eines Vereins Berichterstattung über einen anderen verfolgen oder Kulturbegeisterte auf entfernte Kulturrubriken zugreifen können. Nadja Poppen, geschäftsführende Gesellschafterin der BZ.medien Gruppe, ist überzeugt, dass Leser:innen das Angebot als wertvolle Ergänzung wahrnehmen werden.
Das Pilotvorhaben steht nicht allein da: Ein weiteres Modell namens "Alles plus" wurde von Der Spiegel und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) eingeführt. Diese Allianz bietet vergünstigte Pakete, die regionale und überregionale Titel kombinieren. Dirk Freytag, CEO von Contentpass und Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), hofft, dass sich der "Regio Pass" über die Testphase hinaus etablieren wird.
Bis April 2026 hatten sich bereits über 20 Medienhäuser und Verlage in Europa ähnlichen Initiativen angeschlossen. Beispiele sind die United Robotics Group (mit Funke und Madsack), ein französisches Bündnis (Le Monde, Les Échos) sowie eine spanische Partnerschaft (Prisa, Vocento, Henneo). Diese Projekte knüpfen an frühere Modelle wie PressReader oder Blendle an, setzen jedoch auf regionale Zusammenarbeit. Der "Regio Pass" selbst ist zunächst befristet – eine Evaluation soll über eine dauerhafte Einführung entscheiden.
Ziel des Projekts ist es, digitale Abonnements durch die Vernetzung regionaler Medienangebote attraktiver zu machen. Bei Erfolg könnte es gemeinsam mit anderen europäischen Allianzen wachsen. Bis dahin können Leser:innen in den Pilotregionen den grenzüberschreitenden Zugang testen, während Verlage das langfristige Potenzial prüfen.






