"Richi"-Meme löst juristischen Streit um kommerzielle Nutzung aus
Ein virales Schweizer Meme aus dem Jahr 2010 hat eine juristische Auseinandersetzung über die unerlaubte kommerzielle Nutzung ausgelöst. Die Familie, die im Mittelpunkt des "Richi"-Memes steht, fordert ein Ende der Ausbeutung – mit Folgen für Traditionen im Schweizer Eishockey. Der Streit betrifft Merchandise-Artikel, Musik und sogar die Torhymne der Nationalmannschaft.
Das "Richi"-Meme entstand 2010, nachdem ein Ausschnitt aus der SRF-Serie Auf und davon im Internet viral ging. Darin ist zu sehen, wie der fünfjährige Richi Schönbächler in Kanada von einem Bagger fällt, während sein Vater den mittlerweile legendären Satz ruft: "Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe!" Das Video erreichte über eine Million Aufrufe auf YouTube und wurde zu einem festen Bestandteil der Schweizer Popkultur.
Mit der Zeit entwickelte sich das Meme zu einem kommerziellen Phänomen. Ohne Zustimmung der Familie wurden Socken, Aufbügelmotive und sogar ein Kinderbuch mit der Szene verkauft. 2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng einen Song namens Richi, der das Bagger-Motiv und eine Stimmeinspielung des Vaters aufgriff. Der Titel avancierte später zur offiziellen Torhymne der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM 2024 in Prag.
Erst kürzlich meldete sich die Familie Schönbächler zu Wort und protestierte gegen die ungenehmigte Verwendung ihres Bildes und der Stimme. Ihre Beschwerden veranlassten den Schweizer Eishockeyverband, den Song als Torhymne abzusetzen. Auch Stubete Gäng kündigte an, den Track neu aufzunehmen – diesmal ohne die Stimme von Hermann Schönbächler, um den Wünschen der Familie nachzukommen.
Die Einwände der Familie haben bereits konkrete Änderungen bewirkt: Der Eishockeyverband wird den Song bei Spielen nicht mehr spielen, während Stubete Gäng an einer überarbeiteten Version arbeitet. Merchandise-Artikel mit Bezug zur Familie stehen weiterhin auf dem Prüfstand – weitere rechtliche Schritte sind nicht ausgeschlossen.






