Sachsen-Anhalt revolutioniert Architektenberuf mit Digitalisierung und Nachhaltigkeitsregeln
Sebastian FischerSachsen-Anhalt revolutioniert Architektenberuf mit Digitalisierung und Nachhaltigkeitsregeln
Sachsen-Anhalt schlägt neue Regeln für Architekten und Stadtplaner vor
Sachsen-Anhalt hat ein Reformpaket vorgelegt, das die Arbeitsweise von Architekten und Stadtplanern im Land modernisieren soll. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt nun dem Landtag vor und zielt darauf ab, berufliche Standards zu aktualisieren sowie strengere Umwelt- und Sozialauflagen einzuführen. Die Änderungen sollen zudem digitale Prozesse vereinfachen und die Chancen für im Ausland ausgebildete Fachkräfte verbessern.
Das überarbeitete Architektengesetz führt elektronische Anträge für die Registrierung und berufliche Meldungen ein. Damit entfällt das bisherige papierbasierte Verfahren – ein Schritt, der Architekten den Berufseinstieg erleichtern soll.
Künftig können ausländische Abschlüsse bereits vor der Einreise nach Deutschland anerkannt werden. Bisher mussten im Ausland ausgebildete Architekten warten, bis sie sich im Land aufhielten, um das Gleichwertigkeitsverfahren nach den bundesweiten Bauvorschriften zu durchlaufen. Das neue System orientiert sich am Bundesanerkenntnisgesetz von 2012, beschleunigt den Prozess jedoch deutlich.
Die Ausbildungsprogramme werden um zentrale Themen wie barrierefreies Bauen, Klimafolgenanpassung und Baurecht erweitert. Auch in der Weiterbildung werden Biodiversität, Energieeffizienz und die Integration erneuerbarer Energien in die Planung verpflichtend verankert – und damit für alle Fachkräfte im Bereich verbindlich.
Die Reformen ermöglichen Architekten zudem, in verschiedenen Gesellschaftsformen zu arbeiten, darunter GmbH & Co. KG, OHG und KG. Die Architektenkammer öffnet ihre Junior-Mitgliedschaft nun auch für Absolventen akkreditierter Studiengänge. Soziales und öffentliches Engagement gewinnt an Bedeutung: Planer müssen künftig stärker bezahlbaren Wohnraum und barrierefreien Zugang in ihren Projekten berücksichtigen.
Der Gesetzentwurf regelt Registrierung, Ausbildung und berufliche Pflichten von Architekten und Stadtplanern. Bei Verabschiedung treten die Änderungen flächendeckend in Sachsen-Anhalt in Kraft und setzen neue Maßstäbe in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Die Landesregierung erwartet, dass die Neuerungen sowohl die berufliche Flexibilität als auch das öffentliche Wohl in Planungsentscheidungen stärken werden.






