Salzgitter-OB attackiert VW-Chef Blume wegen gebrochener Zukunftsversprechen
Sebastian FischerSalzgitter-OB attackiert VW-Chef Blume wegen gebrochener Zukunftsversprechen
Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel hat Volkswagen-Chef Oliver Blume scharf kritisiert, weil dieser ein kürzlich geschlossenes Zukunftsabkommen des Konzerns infrage stellt. Die im Dezember 2024 ausgehandelte Vereinbarung sollte Arbeitsplätze und Standorte in der gesamten Volkswagen-Gruppe sichern.
Im Dezember 2024 hatten sich Vorstand, Aufsichtsrat, Betriebsräte und die IG Metall auf eine gemeinsame Strategie geeinigt. Diese umfasste den Erhalt aller VW-Standorte sowie die Verlängerung von Beschäftigungsgarantien. Klingebiel betonte seitdem, dass Werksschließungen und der Abbau von 100.000 Arbeitsplätzen kein sinnvoller Weg seien.
Der Oberbürgermeister zeigte sich verärgert über Blumes jüngste öffentliche Äußerungen. Es sei „irritierend und empörend“, dass der Konzernchef die Vereinbarung nun in Frage stelle – kaum eineinhalb Jahre nach deren Unterzeichnung. Klingebiel unterstrich zudem, dass das Werk Salzgitter ein zentraler Bestandteil von Volkswagens Geschäftsaktivitäten bleiben müsse.
Klingebiel und der Stadtrat von Salzgitter unterstützen das VW-Gesetz sowie die regionale Arbeitnehmervertretung. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat sich öffentlich hinter die VW-Belegschaft gestellt. Der Oberbürgermeister zeigt sich solidarisch mit den Beschäftigten an allen VW-Standorten.
Das Abkommen von Dezember 2024 zielte darauf ab, Arbeitsplätze und Standorte bei Volkswagen zu schützen. Klingebiels klare Haltung spiegelt die lokalen Sorgen über die künftige Ausrichtung des Konzerns wider. Die Rolle des Salzgitter-Werks bleibt ein zentraler Streitpunkt in der anhaltenden Debatte.
