30 June 2026, 00:14

Schwimmende Strömungsturbinen: Wie "Energyfish" Flüsse zu Mini-Kraftwerken macht

Die Energyminer-River-Turbinen sind real. Die günstige Baseload-Behauptung benötigt Betriebsdaten.

Schwimmende Strömungsturbinen: Wie "Energyfish" Flüsse zu Mini-Kraftwerken macht

Energyminer hat eine kleine, schwimmende Strömungsturbine namens „Energyfish“ entwickelt. Das Gerät wird in Flüssen verankert und leitet den erzeugten Strom ans Ufer. Eine neue Anlage mit 124 Einheiten in Sankt Goar am Rhein markiert das erste großflächige „Schwarmkraftwerk“ dieser Art.

Jede Energyfish-Einheit ist 2,8 Meter lang, 2,4 Meter breit und 1,4 Meter hoch und wiegt etwa 80 Kilogramm. Sie erzeugt eine maximale Leistung von 6 kW, im Durchschnitt jedoch 1,8 kW. Laut Unternehmen können 100 Einheiten gemeinsam rund 1,5 GWh pro Jahr erzeugen – genug, um etwa 470 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Energyminer behauptet, das System liefere kontinuierlich Grundlaststrom, funktioniere bei jedem Wetter, sei hochwasserresistent und schade Fischen nicht. Die Installation gehe zügig vonstatten: Zehn Einheiten ließen sich in etwa drei Tagen aufbauen, sobald die Genehmigung vorliege. Auf Beton, Staudämme oder schwere Baumaßnahmen könne verzichtet werden, was die Genehmigungsverfahren im Vergleich zu herkömmlichen Wasserkraftprojekten deutlich vereinfache.

Die gestützten Stromgestehungskosten der Energyfish lägen bei etwa 0,08 Euro pro kWh. Bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren werde eine jährliche Rendite von mindestens 8 Prozent erwartet. Allerdings unterlägen Flüsse saisonalen Schwankungen, Hochwassern und Niedrigwasserphasen, die sich auf die Stromerzeugung auswirken könnten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Energyfish-System könnte eine Lösung für abgelegene Gemeinden sein, die auf Dieselgeneratoren angewiesen sind, insbesondere dort, wo starke Strömungen herrschen. In netzgebundenen Regionen dürften jedoch Alternativen wie Solar-, Windenergie, Batteriespeicher oder Netzausbau weiterhin wettbewerbsfähiger sein. Das Projekt in Sankt Goar soll nun zeigen, ob sich die Technologie im großen Maßstab bewährt und skalieren lässt.

Quelle