Serengeti-Park verklagt Logistiker wegen Airbus-Transport durch Schutzgebiete
Tobias NeumannSerengeti-Park verklagt Logistiker wegen Airbus-Transport durch Schutzgebiete
Serengeti-Park in Hodenhagen verklagt Logistikunternehmen wegen Transport eines ausgemusterten Airbus
Der Serengeti-Park in Hodenhagen geht rechtlich gegen ein Logistikunternehmen vor, das für den Transport eines stillgelegten Airbus verantwortlich war. Der Park, bekannt für seine 1.500 frei lebenden Tiere und Safari-Attraktionen, wirft dem Unternehmen vor, falsche Angaben über die Verlegung des Flugzeugs durch geschützte Gebiete gemacht zu haben. Im Mittelpunkt des Streits steht eine Schadensersatzforderung in Höhe von 2,4 Millionen Euro für Verzögerungen und zusätzliche Kosten.
Der Parkbesitzer, Fabrizio Sepe, hatte den ehemaligen Airbus A310 – Spitzname "Kurt Schumacher" – mit dem Ziel erworben, daraus ein Restaurant mit 200 Plätzen zu machen. Rund 150 davon sollten sich innerhalb des Flugzeugs befinden. Sepe erklärt jedoch nun, er hätte das Flugzeug nicht gekauft, wenn ihm das volle Ausmaß der damit verbundenen Herausforderungen bekannt gewesen wäre.
Die Klage argumentiert, dass die Machbarkeitsstudie des Logistikunternehmens unvollständig gewesen sei. Darin sei angeblich nicht auf die Notwendigkeit besonderer Genehmigungen hingewiesen worden, um das Flugzeug durch drei geschützte Landschaftszonen zu transportieren. Diese Unterlassungen führten zu einer vierjährigen Verzögerung, in deren Folge Kosten für Flughafenmieten und Fachgutachten anfielen.
Das Logistikunternehmen weist die Vorwürfe als unbegründet zurück. In seiner Stellungnahme betont es, die Studie habe lediglich die technische Machbarkeit geprüft, nicht jedoch regulatorische Hürden. Öffentlich bekannt geworden sind bisher keine Details zur tatsächlich gewählten Transportroute oder dazu, wie der Airbus schließlich durch die Schutzgebiete bewegt wurde.
Der Serengeti-Park fordert 2,4 Millionen Euro Entschädigung für die langwierige Verzögerung und die entstandenen Zusatzkosten. Das umgebaute Airbus-Restaurant bleibt zwar Teil der Zukunftspläne, doch der Rechtsstreit unterstreicht die Komplexität beim Transport großer Strukturen durch ökologisch sensible Regionen. Das Urteil wird zeigen, ob das Logistikunternehmen für die Versäumnisse finanziell haften muss.






