20 April 2026, 12:18

Sexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum Denis Schecks Kritik Autorinnen empört

Altes Buchcover mit einem Mann in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und ernst schaut, und einer Frau daneben, die nachdenklich aussieht, mit dem Titel "Die Macht der öffentlichen Meinung"

Sexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum Denis Schecks Kritik Autorinnen empört

Eine hitzige Debatte über Sexismus ist um die Literatursendung Druckfrisch des ARD entbrannt, nachdem Moderator Denis Scheck für seine scharfen Kritiken an zwei Autorinnen in die Schusslinie geraten ist. Der Streit begann nach der Ausgabe vom 29. März, in der Scheck die Bücher von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy in drastischen Worten verriss – was Vorwürfe der Frauenfeindlichkeit von Schriftsteller:innen und Kommentator:innen nach sich zog.

Im Mittelpunkt der Kontroverse steht Schecks markanter Kritikstil, zu dem auch gehört, dass er Bücher, die ihm missfallen, theatralisch durch eine Rutsche in einen Mülleimer wirft. In der Sendung vom 29. März nahm er Passmanns Alte weiße Männer und von Kürthys Die Frau ist kein Reh ins Visier und erklärte sie für beachtensunwürdig. Passmann bezeichnete seine Kritik später als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Von Kürthy konterte mit einem eigenen Essay in der Zeit und stellte die Gerechtigkeit seiner Bewertung infrage.

Der ARD verteidigte Druckfrisch unterdessen und betonte, dass das Geschlecht bei literarischen Bewertungen keine Rolle spiele. Der Sender erklärte, in der Sendung gebe es "keinen Platz für Frauenfeindlichkeit", und Schecks Kritiken bezögen sich ausschließlich auf die Werke, nicht auf ihre Autor:innen. Auch Scheck selbst wiederholte diese Position und behauptete, seine Urteile beträfen allein die Bücher, nicht die Menschen, die sie schreiben oder lesen.

Die Debatte weitete sich aus, als die Schriftstellerin Elke Heidenreich mit einem Essay in der Zeit Schecks Vorgehen und die Rolle des ARD daran kritisierte. Sie argumentierte, sein abwertender Ton trage unabhängig von der Absicht dazu bei, Vorurteile zu verstärken.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Streit wirft nun Fragen auf, wie literarische Kritik im öffentlich-rechtlichen Fernsehen präsentiert werden sollte. Zwar hält der Sender an seinem Format fest, doch die Gegenwehr von Autor:innen und Kommentator:innen deutet darauf hin, dass die Kontroverse so schnell nicht abebben wird. Sowohl Passmann als auch von Kürthy haben Schecks Methoden öffentlich infrage gestellt – und sorgen so dafür, dass die Diskussion im Rampenlicht bleibt.

Quelle