Sicherheitsstreit bei der Bahn: Warum Zweier-Teams für Zugpersonal gescheitert sind
Lotta BrandtSicherheitsstreit bei der Bahn: Warum Zweier-Teams für Zugpersonal gescheitert sind
Streit um Sicherheit von Zugpersonal eskaliert nach Ablehnung von Zweier-Teams
Die Kontroverse um die Sicherheit von Zugbegleitern hat sich verschärft, nachdem die Verkehrsministerkonferenz Forderungen nach einer verpflichtenden Besetzung mit zwei Personen abgelehnt hat. Die Entscheidung fällt nach einem tödlichen Angriff auf einen Schaffner und wachsenden Forderungen der Gewerkschaften nach besserem Schutz. Unterdessen hat die Deutsche Bahn neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt – Kritiker halten diese jedoch für unzureichend.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert seit dem tödlichen Übergriff auf einen Schaffner Anfang dieses Jahres die Einführung von Zweier-Teams. Gewerkschaftschef Martin Burkert verurteilte die Weigerung der Minister scharf und warnte, dass die Gewalt gegen Mitarbeiter ohne strengere Vorschriften weiter zunehmen werde. Die Verkehrsministerkonferenz setzte stattdessen auf regionale Flexibilität anstelle einer bundesweiten Regelung. Bisher hat kein Bundesland angekündigt, die Änderung umsetzen zu wollen.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder verwies auf die Haushaltsgrenzen der Regierung, sprach aber gleichzeitig über Möglichkeiten, die Sicherheit an Bahnhöfen zu verbessern. Zudem kündigte er an, die aktuellen Maßnahmen bis Ende April überprüfen zu lassen. Die Deutsche Bahn ihrerseits hat Kundenbetreuer mit Körperkameras ausgestattet und die Pflicht zur Vorlage des Dienstausweises für Kontrollpersonal abgeschafft. Die Minister begrüßten diese Schritte, räumten jedoch ein, dass sie zusätzliche Kosten verursachen würden.
Mit der Ablehnung der verpflichtenden Zweier-Teams bleibt die Frage vorerst ungeklärt. Die Sicherheitsaufrüstungen der Deutschen Bahn bleiben freiwillig, während die Gewerkschaften weiterhin auf strengere Schutzmaßnahmen drängen. Schnieders anstehende Prüfung könnte entscheiden, ob weitere Schritte folgen.






