26 March 2026, 20:18

Sieben Bundesländer fordern Rettungspaket für die kriselnde chemische Industrie Deutschlands

Liniengraph, der die Kohlendioxidemissionen in Deutschland veranschaulicht, mit begleitendem Erläuterungstext.

Sieben Bundesländer fordern Rettungspaket für die kriselnde chemische Industrie Deutschlands

Sieben deutsche Bundesländer haben die Bundesregierung aufgefordert, schnell zu handeln und die angeschlagene chemische Industrie zu unterstützen. Ohne sofortige Entlastungen drohten Arbeitsplätze und Unternehmen schwerwiegende Schäden, warnen sie. Gleichzeitig kritisierten die Länder die langfristig angelegte Chemie-Agenda 2045 der Regierung, da diese aktuelle Probleme nicht löse.

Die chemische Branche in Deutschland verzeichnet seit Ende 2022 einen kontinuierlichen Rückgang – die Beschäftigtenzahl sank um etwa drei Prozent. Rund 585.000 Menschen arbeiten direkt in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, wobei der Pharmabereich stabiler blieb. Offizielle Daten zu den am stärksten betroffenen Regionen gibt es zwar nicht, doch Stellenausschreibungen deuten darauf hin, dass Standorte wie Hamburg besonders stark vom Sektor abhängen.

Die Bundesländer fordern nun mehrere Sofortmaßnahmen: Sie verlangen wettbewerbsfähige Strom- und Gaspreise für Chemieunternehmen, um die finanzielle Belastung zu verringern. Zudem soll die kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten auf dem Niveau von 2025 verlängert und die Umsetzung der Industrieemissionsrichtlinie vorläufig ausgesetzt werden, bis die EU Entlastungen schafft.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne betonte die Dringlichkeit der Lage. Verzögerungen könnten der Branche langfristige Schäden zufügen und Zehntausende Arbeitsplätze gefährden, warnte er. Die Länder fordern außerdem beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren, um Unternehmen die Anpassung zu erleichtern.

Trotz ihrer Kritik an der Chemie-Agenda 2045 bekräftigten die Bundesländer ihre Bereitschaft, weiter mit der Bundesregierung zusammenzuarbeiten. Künftige Pläne müssten jedoch konkrete Schritte enthalten, um die aktuellen Herausforderungen der Branche zu bewältigen.

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Die sieben Länder haben klare Forderungen für das Überleben der chemischen Industrie aufgestellt: niedrigere Energiekosten, gelockerte Emissionsvorgaben und schnellere Genehmigungen, um weitere Jobverluste zu verhindern. Die Regierung steht nun unter Druck, mit praktischen Lösungen zu reagieren – statt mit langfristigen Strategien.

Quelle