SPD-Politiker warnt vor gefährlichen "Hackbacks" in neuem Cyber-Gesetz
Sebastian FischerSPD-Politiker warnt vor gefährlichen "Hackbacks" in neuem Cyber-Gesetz
Johannes Schätzl, der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hat Bedenken gegen einen Gesetzentwurf geäußert, der deutschen Behörden offensive Cyberfähigkeiten einräumen soll. Er warnt, dass digitale Gegenangriffe – oft als "Hackbacks" bezeichnet – ein gefährliches Präzedenzfall schaffen könnten, solange klare rechtliche Grenzen fehlen.
Der Entwurf würde es dem Bundespolizeipräsidium, dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unter bestimmten Bedingungen erlauben, in ausländische IT-Systeme einzugreifen.
Schätzl erkennt zwar die Notwendigkeit an, die Cyberabwehr zu stärken, lehnt offensive Maßnahmen jedoch entschieden ab. Sein Argument: Das Infiltrieren oder Manipulieren von Systemen ohne zweifelsfreien Nachweis über die Identität eines Angreifers berge unkalkulierbare Risiken. Seine Haltung spiegelt breitere Sorgen wider – etwa vor Kollateralschäden an ziviler Infrastruktur oder Verstößen gegen völkerrechtliche Normen.
Kern seiner Kritik ist das Fehlen einer präzisen gesetzlichen Definition für "Hackbacks". Ohne strenge Vorgaben befürchtet er, dass Behörden ihre Befugnisse überschreiten und so unkontrollierbare Eskalationen im Cyberraum auslösen könnten. Schätzl besteht darauf, dass staatliches Handeln in digitalen Räumen verbindlichen internationalen Regeln folgen muss, um Verantwortlichkeit und Verhältnismäßigkeit zu gewährleisten.
Der Gesetzentwurf hat eine Debatte entfacht, wo defensive Cybersicherheit aufhört und offensive Operationen beginnen. Schätzls Warnungen verdeutlichen die Spannung zwischen der Stärkung nationaler Sicherheit und der Einhaltung ethischer sowie rechtlicher Grenzen in einer zunehmend digitalisierten Welt.
Der Entwurf bleibt umstritten; Schätzl fordert die Abgeordneten auf, den Anwendungsbereich neu zu bewerten. Seine Position unterstreicht die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes – einer, der die Cybersicherheit verbessert, ohne rechtliche Standards oder globale Stabilität zu gefährden. Das Ergebnis dieser Diskussion könnte die künftige Haltung Deutschlands zu digitalen Gegenmaßnahmen prägen.






