SPD will Apotheken mit höherer Vergütung vor dem Kollaps retten
Apotheken in Deutschland geraten zunehmend unter finanziellen Druck – allein 2025 wurden über 500 Schließungen verzeichnet. Die SPD unterstützt nun Forderungen nach einer Erhöhung der festen Vergütung für diese Betriebe und warnt, dass ohne Gegenmaßnahmen die Arzneimittelversorgungssicherheit gefährdet sein könnte. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, vor allem in Nordrhein-Westfalen, wo viele Gemeinden nur noch eine einzige Apotheke vorweisen können.
Die SPD betont, dass die feste Vergütung die wirtschaftliche Grundlage für inhabergeführte Apotheken darstelle. Ohne eine Anpassung drohe diesen Betrieben eine wachsende Instabilität, die ihre Existenz bedrohe. Dr. Christos Pantazis wies auf ihre zentrale Rolle hin: In ländlichen Gebieten seien Apotheken oft der letzte zugängliche Ansprechpartner im Gesundheitswesen.
Der von der Partei vorgelegte Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Arbeitsbedingungen in Apotheken zu modernisieren. Er soll Personalengpässe beheben und ihre Funktion als Gesundheitslotsen stärken, indem das Leistungsspektrum pharmazeutischer Dienstleistungen erweitert wird. Tanja Machalet unterstrich ihren gesellschaftlichen Mehrwert: Apotheken seien soziale Anlaufstellen, die niedrigschwellige Gesundheitsversorgung böten und sogar demokratische Teilhabe förderten.
Bevor über eine Erhöhung der Vergütung entschieden wird, muss zunächst die Finanzkommission ihre Empfehlungen vorlegen. Der Vorstoß der SPD erfolgt vor dem Hintergrund, dass in NRW im Jahr 2025 insgesamt 97 Apotheken geschlossen wurden. Die Zahl der Gemeinden mit nur einer einzigen Apotheke stieg dort innerhalb eines Jahrzehnts von 27 auf 48. Bundesweite Zahlen zu Schließungen in ländlichen Regionen liegen zwar nicht vor, doch der Trend deutet auf eine wachsende Versorgungslücke hin.
Die geplante Vergütungserhöhung steht nun zur Prüfung durch die Finanzkommission an. Sollte sie umgesetzt werden, könnte sie dazu beitragen, kämpfende Apotheken zu stabilisieren und weitere Schließungen zu verhindern. Der SPD-Plan umfasst zudem langfristige Reformen, um Lieferketten abzusichern und den sich wandelnden Anforderungen des Sektors gerecht zu werden.