Spritpreise explodieren: Warum Autofahrer und Unternehmen jetzt zittern müssen
Philipp FischerSpritpreise explodieren: Warum Autofahrer und Unternehmen jetzt zittern müssen
Spritpreise in Deutschland steigen weiter – und setzen Autofahrer und Unternehmen unter Druck
Wirtschaftsministerin Katerina Reiche warnt nun vor möglichen Engpässen Ende April, falls sich der Nahostkonflikt weiter zuspitzt. Die Bundesregierung ergreift zwar Maßnahmen, doch Branchenverbände sehen das Problem nicht bei den Ölkonzernen, sondern bei den Steuern.
Der Lobbyverband der Mineralölwirtschaft, en2x – Wirtschaftsverband Kraftstoffe und Energie e.V., hat kürzlich einen "Realitätscheck zu den Spritpreisen" veröffentlicht. Darin widerlegt der Verband, was er als "gängige Fehleinschätzungen" über die Preisbildung bezeichnet. Demnach machen Steuern und CO₂-Abgaben etwa zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte des Dieselpreises aus.
Entgegen der verbreiteten Annahme richten sich die Spritpreise nicht einfach nach den Rohölkursen, sondern folgen den Produktmärkten, die sich unabhängig entwickeln können. Die meisten deutschen Raffinerien und Tankstellen agieren als eigenständige Unternehmen – eine zentrale Preissteuerung durch einen einzigen Akteur gibt es nicht.
Das Finanzministerium unter Lars Klingbeil wies Vorwürfe zurück, der Staat profitiere von den hohen Spritkosten. Unterdessen schwankten die Preise für die globale Referenzsorte Brent-Rohöl: Im Februar 2025 lag der Durchschnitt bei 75,44 US-Dollar pro Barrel, im März 2026 bei 70,89 US-Dollar. Langfristig zeigt sich jedoch ein Aufwärtstrend – von durchschnittlich 69,14 US-Dollar im Jahr 2025 auf 80,53 US-Dollar im Jahr 2024.
Deutschlands Energiesteuern und Klimaumlagen zählen zu den höchsten in der EU. Angesichts der ungebremsten Preisanstiege an den Zapfsäulen mehren sich die Forderungen nach einer Reform. Die Regierung versucht nun, die Belastung durch die steigenden Kraftstoffkosten abzufedern. Sollte sich der Nahostkonflikt jedoch in die Länge ziehen, könnten bereits Ende April Versorgungsengpässe drohen. Bis dahin müssen Autofahrer und Unternehmen mit Preisen leben, die durch Steuern, Abgaben und globale Marktschwankungen in die Höhe getrieben werden.






