Streit um CDU-AfD-Foto: Warum eine Schulterberührung Berlin erschüttert
Tobias NeumannStreit um CDU-AfD-Foto: Warum eine Schulterberührung Berlin erschüttert
Ein aktuelles Foto von CDU-Chef Guido Heuer und dem AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund hat in Berlin für Aufsehen gesorgt. Die Aufnahme, die während einer Podiumsdiskussion entstand, zeigt Heuer, wie er Siegmund die Hand auf die Schulter legt. Der Moment hat die Debatte über den politischen „Cordon sanitaire“ gegen die AfD neu entfacht.
Während der Veranstaltung beugten sich Heuer und Siegmund aufgrund eines defekten Mikrofons zueinander hin. Das Bild verbreitete sich rasant und löste in Berlins Politikkreisen Bestürzung aus. Eva von Angern von der Linken verurteilte die Aufnahme scharf und erklärte, solche Fotos dürften mit AfD-Vertretern „niemals“ gemacht werden.
Die CDU sah sich später gezwungen, das Foto zu verteidigen und sich dafür zu entschuldigen. Auch die Grünen kritisierten die fehlende sichtbare Distanz zwischen CDU und AfD. Unterdessen wies ZDF-Moderator Markus Lanz auf die wachsende Verunsicherung unter Politikern hin, die AfD-Vertreter offen meiden.
Aktuell liegt die AfD in Umfragen mit 29 Prozent vorne – neun Punkte vor der CDU. Eine absolute Mehrheit der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September gilt mittlerweile als möglich. Beobachter deuten an, dass der politische „Cordon sanitaire“ in Berlin bröckelt und bald ganz fallen könnte.
Das Foto hat die Spannungen zwischen den Parteien in ihrer Haltung gegenüber der AfD weiter verschärft. Die Reaktion der CDU und die Kritik der Grünen zeigen den Druck auf die etablierten Parteien. Angesichts des Aufschwungs der AfD bleibt die politische Landschaft in Deutschland in Bewegung.






