Streit um E-Auto-Förderung: Warum chinesische Hersteller profitieren – und deutsche nicht
Lotta BrandtStreit um E-Auto-Förderung: Warum chinesische Hersteller profitieren – und deutsche nicht
Die deutsche staatliche Förderung für Elektroautos sorgt für Diskussionen über deren Wirksamkeit und Gerechtigkeit. Kritiker bemängeln, dass vor allem ausländische Hersteller – insbesondere chinesische – von der Subvention profitieren, während heimische Automobilkonzerne kaum Vorteile hätten. Seit Januar 2026 erhalten Käufer neuer Elektrofahrzeuge bis zu 6.000 Euro Zuschuss.
Burkhard Weller, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), argumentiert, dass die Prämie kaum Verbrenner-Fahrer zum Umstieg auf E-Autos bewegt habe. Deutsche Hersteller böten derzeit kaum Modelle im Preissegment zwischen 20.000 und 30.000 Euro an – eine Lücke, die günstige chinesische Elektroautos füllten. In manchen Autohäusern hätten sich die Verkäufe dieser Fahrzeuge mehr als verdoppelt.
Hinzu kommt die Komplexität durch den 3,5-Milliarden-Euro-Fördertopf, während die EU gleichzeitig versucht, ihre Industrie vor chinesischer Konkurrenz zu schützen. Weller schlägt vor, die Förderung auf Gebrauchtwagen auszuweiten und sie mit Maßnahmen wie niedrigeren Strompreisen und transparenteren Preisen an Ladestationen zu kombinieren. Zudem plädiert er für ein „Mobilfunk-Roaming“-System, das Nutzern eine einheitliche Gebühr an jeder Ladesäule ermöglichen würde.
Die aktuelle Ausgestaltung der Förderung begünstige tendenziell importierte E-Autos gegenüber heimischen Modellen. Wellers Vorschläge zielen darauf ab, Elektromobilität zugänglicher und fairer zu gestalten. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen der Förderung grüner Technologien und dem Schutz der einheimischen Wirtschaft auf.






