Streit um Gipsabbau in Unterfranken: Knaufs Pläne polarisieren die Region
Lotta BrandtStreit um Gipsabbau in Unterfranken: Knaufs Pläne polarisieren die Region
Die Regierung Unterfrankens hat strenge Auflagen für die Gipsabbaupläne des Konzerns Knauf in der Nähe von Würzburg bekannt gegeben. Der Vorschlag hat eine breite Debatte ausgelöst, in der sich öffentliche Kritik und Fachgutachten gegenseitig beeinflussen. Eine endgültige Entscheidung über die Genehmigung steht noch aus.
Knauf plant, 50 Jahre lang unterirdische Gipsvorkommen abzubauen und dabei jährlich eine Million Tonnen zu fördern. Die Lage des Projekts ist von entscheidender Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Gebiete, was Bedenken hinsichtlich möglicher Umweltgefahren aufkommen lässt.
Im Rahmen des raumordnerischen Prüfverfahrens wurden 79 Behörden angehört und 4.300 Einwendungen von Anwohnern geprüft. Eine Online-Petition gegen den Abbau sammelte zudem über 5.600 Unterschriften. Die Grünen kritisierten, dass die Risikobewertung die Gefährdung der lokalen Wasserquellen unterschätze.
Die Regierung Unterfrankens kam zu dem Schluss, dass der Abbau keine unkontrollierbaren Risiken berge, sofern bestimmte Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Ein geringes Restrisiko bleibe jedoch bestehen, und der Betrieb müsse eingestellt werden, falls der Grundwasserspiegel sinkt. Knauf begrüßte die Einschätzung und bezeichnete sie als eine weitere fachliche Bestätigung des Projekts.
Die endgültige Genehmigung liegt nun beim Bergamt Nordbayern, das bis Ende des Jahres eine Entscheidung treffen soll. Die Zukunft des Vorhabens hängt davon ab, ob die auferlegten Bedingungen erfüllt und die öffentlichen Bedenken ausgeräumt werden können. Das Ergebnis wird entscheiden, ob der Abbau unter den vorgeschlagenen Auflagen stattfinden kann.
