Streit um Millionenprojekt: Soll Wolfenbüttel eine Radschnellverbindung nach Braunschweig bauen?
Tobias NeumannStreit um Millionenprojekt: Soll Wolfenbüttel eine Radschnellverbindung nach Braunschweig bauen?
Im Stadtrat von Wolfenbüttel wird aktuell über den Bau einer neuen Schnellradverbindung nach Braunschweig diskutiert. Die geplante Strecke würde rund 1,365 Millionen Euro kosten. Unter den lokalen Politikern herrscht jedoch eine scharfe Kontroverse über Nutzen und Machbarkeit des Projekts.
Laut Stadtverwaltung könnte die Radschnellverbindung täglich etwa 2.000 Fahrten anziehen. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass auf der bestehenden Route an Wochentagen durchschnittlich 367 Radfahrten verzeichnet werden.
Die Fraktionen von CDU und FDP lehnen den Plan ab und argumentieren, die Stadt könne sich die Investition nicht leisten. Wolfenbüttel steht bereits vor einem Haushaltsdefizit von 19 Millionen Euro. Der FDP-Mitantragsteller Rudolf Ordon sieht keine Notwendigkeit für eine weitere Verkehrsverbindung zwischen den beiden Städten.
Leonhard Pröttel von den Grünen warf der CDU vor, mit ihrer Bevorzugung lokaler Radwegeprojekte statt der Schnellverbindung Populismus zu betreiben. SPD-Fraktionschef Ralf Achilles unterstützt den Vorschlag und betont, er sorge für eine gerechte Behandlung aller Verkehrsteilnehmer. Manfred Wolfrum von der AfD hinterfragte die geschätzten jährlichen Unterhaltungskosten von 30.000 Euro und bezeichnete sie als unrealistisch niedrig.
Trotz der finanziellen Bedenken bleibt die Radschnellverbindung in der Prüfung. Bei einer Genehmigung würde sie Radfahrern eine dedizierte Hochgeschwindigkeitsstrecke bieten. Die endgültige Entscheidung hängt von den Haushaltsberatungen und einer politischen Einigung ab.






