Streit um neue Rentenreform: Soll das Geld in Deutschland bleiben oder global investiert werden?
Sebastian FischerStreit um neue Rentenreform: Soll das Geld in Deutschland bleiben oder global investiert werden?
Deutschland führt ein neues, staatlich gefördertes Rentensystem ein. Um dies zu finanzieren, sollen die monatlichen Rentenbeiträge um zwei Prozentpunkte steigen. Der Plan hat eine Debatte darüber ausgelöst, wie die Gelder angelegt werden sollen.
Bundeskanzler Friedrich Merz schlug vor, die Mittel in deutsche Kapitalmärkte und heimische Unternehmensbeteiligungen zu investieren. Er schätzt, dass der Rentenfonds jährlich mindestens 30 Milliarden Euro erhalten wird. Sein Fokus auf lokale Projekte statt auf globale Aktien hat jedoch Bedenken geweckt.
FDP-Chef Wolfgang Kubicki lehnte den Vorschlag vehement ab. Er bezeichnete die Pläne, Rentenmittel für Industriepolitik einzusetzen, als „reinen Wahnsinn“. Stattdessen plädierte er dafür, das Kapital verantwortungsvoll in globale Märkte zu investieren.
Kubicki betonte zudem, dass die Verwaltung des Rentenfonds frei von politischem Einfluss bleiben müsse. Gleichzeitig könnten SPD-Minister indirekt auf die Gelder zugreifen, um sie für Infrastrukturprojekte, Start-ups oder andere Vorhaben zu nutzen. Die Regierung könnte die Mittel auch für die Verteidigungspolitik verwenden, die Deutsche Bahn privatisieren oder weitere Projekte finanzieren – und das ohne neue Schulden aufzunehmen.
Zukünftige Rentner könnten sich fragen, warum ihre Ersparnisse nicht mit der Inflation Schritt gehalten haben, wo doch der MSCI World in den letzten 20 Jahren durchschnittlich 8 % Rendite erzielte. Der Regierungsplan könnte Hunderte Milliarden aus dem Rentensystem in politisch geförderte Projekte innerhalb Deutschlands umlenken.
