Stuttgart 21 droht neuer Mega-Rückschlag: Teilinbetriebnahme erst 2031
Lotta BrandtStuttgart 21 droht neuer Mega-Rückschlag: Teilinbetriebnahme erst 2031
Stuttgart 21: Bahnprojekt steht vor neuem schweren Rückschlag – Teilinbetriebnahme erst Ende 2031
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 erleidet einen weiteren schweren Dämpfer: Nach aktuellen Berichten wird eine teilweise Inbetriebnahme frühestens Ende 2031 erfolgen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) kritisierte die anhaltenden Verzögerungen scharf und bezeichnete sie als „katastrophale Nachricht“ für die Region und die Bahnreisenden. Er fordert von der Deutschen Bahn klare Zeitpläne und verlässliche Daten, um weitere Verzögerungen zu vermeiden.
Ursprünglich sollte Stuttgart 21 bereits 2019 fertiggestellt werden. Doch das Vorhaben, das neue Bahnhöfe, Tunnel und Brücken umfasst und die Modernisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens zum Ziel hat, leidet seit Jahren unter massiven Verzögerungen. Besonders die Komplexität der Digitalisierung des Knotenpunkts hat sich als großes Hindernis erwiesen und trägt maßgeblich zur jüngsten Verschiebung bei.
Die geplante Teilinbetriebnahme des unterirdischen Bahnhofs wurde nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Medienberichten zufolge könnte das gesamte System – inklusive des neuen Durchgangsbahnhofs für Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge – erst Ende 2031 in Betrieb gehen. Das wäre deutlich später als alle bisherigen Prognosen.
Özdemir betonte die Dringlichkeit der Lage und verlangte von der Deutschen Bahn ein „eindeutiges Bekenntnis“ zum Projekt. Er verwies dabei auf die Notwendigkeit einer vollständigen Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens, einschließlich der Einführung des Europäischen Zugsicherungssystems (ETCS). Die Gesamtkosten des Projekts sind mittlerweile auf rund 11,3 Milliarden Euro angestiegen – eine Summe, die die Deutsche Bahn vollständig tragen wird.
Die Finanzierungsvereinbarungen für Stuttgart 21 wurden zwar bereits 2009 abgeschlossen, doch durch die wiederholten Verzögerungen hat sich der Zeitplan längst von den ursprünglichen Planungen entfernt. Özdemirs Forderungen spiegeln die wachsende Verärgerung über mangelnde Transparenz und Verantwortung in der Projektsteuerung wider.
Mit der neuesten Verzögerung liegt Stuttgart 21 nun mehr als ein Jahrzehnt hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Die Deutsche Bahn gerät zunehmend unter Druck, verbindliche Fertigstellungstermine vorzulegen und sicherzustellen, dass die digitale Infrastruktur des Projekts modernen Anforderungen genügt. Angesichts steigender Kosten und wartender Fahrgäste bleibt die Zukunft des Stuttgarter Bahnknotens eine hochbrisante Angelegenheit.






