Syriens Gesundheitsminister kehrt nach Solingen zurück – für eine medizinische Zukunftspartnerschaft
Sebastian FischerSyriens Gesundheitsminister kehrt nach Solingen zurück – für eine medizinische Zukunftspartnerschaft
Syriens Gesundheitsminister Musaab Nazzal al-Ali besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen. Die Reise markierte eine Rückkehr in die deutsche Stadt, in der er einst fünf Jahre lang als Neurochirurg ausgebildet wurde. Im Mittelpunkt seiner Gespräche stand die künftige medizinische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.
Al-Ali hatte seine neurochirurgische Facharztausbildung in Solingen abgeschlossen, bevor er 2025 nach Syrien zurückkehrte. Dort übernahm er das Amt des Gesundheitsministers – in einem von Krieg zerrütteten Gesundheitssystem, das vor enormen Herausforderungen steht: Viele Krankenhäuser liegen in Trümmern, medizinische Versorgungsgüter sind knapp, und qualifiziertes Personal fehlt.
Während seines Besuchs traf er mit Professor Ralf Buhl zusammen, dem Chefarzt der Neurochirurgie und seinem ehemaligen Mentor. Beide erörterten Möglichkeiten, die Beziehungen zu vertiefen, darunter ein Austauschprogramm für syrische Nachwuchsspezialisten. Al-Ali gab zudem grünes Licht für kurzfristige Einsätze syrischer Ärzte im Ausland, um die medizinische Versorgung im eigenen Land zu verbessern.
Allein im vergangenen Jahr führten im Ausland lebende syrische Ärzte 10.800 Operationen durch. Die Initiativen des Ministers kommen zu einer Zeit, in der seit Beginn des Konflikts über 6,8 Millionen Syrer – darunter viele hochqualifizierte Fachkräfte – das Land verlassen haben.
Der Besuch unterstreicht die laufenden Bemühungen, das syrische Gesundheitssystem durch internationale Partnerschaften wiederaufzubauen. Kurzzeiteinsätze von Medizinern und Austauschprogramme könnten die drängendsten Engpässe lindern. Der Fokus liegt derzeit auf pragmatischen Lösungen, um die grundlegende Versorgung wiederherzustellen.






