Verurteilter Mörder flieht mit Motorrad – und wird in Italien nach Unfall geschnappt
Philipp FischerVerurteilter Mörder flieht mit Motorrad – und wird in Italien nach Unfall geschnappt
Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter, Benjamin F., entkam während eines begleiteten Ausgangs aus der Justizvollzugsanstalt Celle in Peine. Er floh mit seinem Motorrad und wurde später nach einem Verkehrsunfall in Italien wieder gefasst. Der Vorfall wirft Fragen zur Entscheidung auf, ihm eine solche Beurlaubung zu gewähren.
Benjamin F. hatte zuvor bereits 38 begleitete Ausgänge genehmigt bekommen. Nach Paragraf 13 des Niedersächsischen Justizvollzugsgesetzes können selbst verurteilte Mörder Lockerungen erhalten, wenn eine faktenbasierte Verhaltensprognose sie als geringes Risiko einstuft. In seinem Fall waren die Behörden zu dem Schluss gekommen, dass weder Fluchtgefahr noch ein missbräuchlicher Gebrauch des Ausgangs zu befürchten seien.
Während seiner Flucht besuchte er zunächst seine Mutter in Vöhrum, bevor er nach Italien weiterreiste. Dort geriet er in einen Unfall, der schließlich zu seiner Festnahme führte. Die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen zeigte sich daraufhin unverständlich darüber, wie es zu der Flucht kommen konnte.
Das zuständige Ministerium prüft den Vorfall nun. Bisher gab es keine Stellungnahme zur Bewertung des Falls oder zu möglichen Konsequenzen. Für unbeaufsichtigte Ausgänge gilt in Niedersachsen in der Regel eine Wartezeit von acht Jahren.
Die Flucht hat die Risikobewertungsverfahren der Justizvollzugsanstalt in den Fokus gerückt. Die Erkenntnisse des Ministeriums könnten künftige Entscheidungen über Lockerungen für hochriskante Häftlinge beeinflussen. Der Fall verdeutlicht die Gratwanderung zwischen Resozialisierung und öffentlicher Sicherheit im Strafvollzug.






