Volkswagen plant radikale Kürzungen: 100.000 Jobs und Werksschließungen drohen
Tobias NeumannVolkswagen plant radikale Kürzungen: 100.000 Jobs und Werksschließungen drohen
Volkswagen steckt in einer tiefen Krise, da das Unternehmen im Wettbewerb um Elektro- und Digitalautos zunehmend den Anschluss an die Konkurrenz verliert. Um langfristige Verluste und eine mögliche Herabstufung der Bonitätsnote abzuwenden, plant der Konzern nun drastische Einschnitte.
Bei der Elektrifizierung und Digitalisierung ist Volkswagen ins Hintertreffen geraten, was zu sinkender Nachfrage und schrumpfenden Marktanteilen führt. Konzernchef Oliver Blume warnte, dass das Unternehmen ohne Gegenmaßnahmen ab 2030 dauerhafte Verluste schreiben könnte.
Am Mittwoch beriet Blume in einer Krisensitzung mit Führungskräften über die Umstrukturierung und ließ diese eine Unterstützungserklärung für seinen Sanierungsplan unterzeichnen. Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli über das Sparpaket abstimmen. Die Unternehmensführung hat bereits angedroht, die Kürzungen notfalls auch gegen den Willen des Gremiums durchzusetzen.
Der Plan sieht die Schließung von vier Werken und den Abbau von über 100.000 Arbeitsplätzen bis 2035 vor. Davon könnten bis zu 65.000 Stellen zusätzlich zu den bereits angekündigten 50.000 Entlassungen wegfallen – weltweit wären damit mehr als 100.000 Beschäftigte betroffen. Zudem will Volkswagen sein Modellangebot halbieren und rund 75 Fahrzeuge einstellen, darunter den Jetta und den Q6 e-tron.
Um die Sanierung zu finanzieren, sollen Vermögenswerte wie Ducati und Europcar veräußert werden. Zudem wird der Konzern seinen Anteil an Traton verringern. Eine außerordentliche Hauptversammlung könnte bereits im August stattfinden, um die Umstrukturierung abzuschließen. Dabei soll die Marke VW sowie die Komponentensparte in eigenständige Einheiten aufgespalten werden.
Ziel der Maßnahmen ist es, den finanziellen Niedergang und eine Bonitätsherabstufung zu verhindern. Falls das Paket beschlossen wird, wird es die Geschäftsaktivitäten und Belegschaft des Konzerns in den kommenden zehn Jahren grundlegend verändern. Die Entscheidung des Aufsichtsrats am 9. Juli wird den weiteren Verlauf des Prozesses bestimmen.
