Volkswagen-Vorstand kassiert 50 Millionen – und löst Empörungswelle aus
Tobias NeumannVolkswagen-Vorstand kassiert 50 Millionen – und löst Empörungswelle aus
Der Vorstand des Volkswagen-Konzerns verzeichnete im Jahr 2017 einen deutlichen Anstieg der Vergütungen. Die Gesamtbezüge stiegen auf 50,3 Millionen Euro – ein Plus gegenüber den 39,5 Millionen Euro im Vorjahr. Die Erhöhung stieß auf Kritik aus der Politik und entfachte eine Debatte über Managergehälter.
Konzerchef Matthias Müller erhielt mit über 10,1 Millionen Euro die höchste Vergütung. Dies entspricht einem markanten Anstieg gegenüber den 7,25 Millionen Euro, die er 2016 bezog. Das Unternehmen hatte im Vorjahr sein Vergütungssystem überarbeitet und dabei eine Obergrenze von 10 Millionen Euro für den Vorstandsvorsitzenden sowie 5,5 Millionen Euro für weitere Vorstandsmitglieder festgelegt.
Müller verteidigte die Gehälter und argumentierte, die wirtschaftliche Bedeutung Volkswagens rechtfertige die Summen. Zudem verwies er auf persönliche juristische Risiken und erklärte, in seiner Position habe man „immer einen Fuß im Gefängnis“. Die öffentliche Diskussion bezeichnete er als ein emotionales Thema in Deutschland.
Die Gehaltserhöhungen stießen bei hochrangigen Politikern auf Widerstand. Verkehrsminister Andreas Scheuer kritisierte die Anpassungen und mahnte mehr Zurückhaltung bei der Volkswagen-Führung an. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich überrascht über die Steigerungen.
Trotz des überarbeiteten Vergütungssystems stieg die Gesamtbezahlung des Vorstands deutlich an: Müllers Einkommen überschritt die neue Obergrenze, und die Gesamtbezüge des Gremiums erhöhten sich um über 10 Millionen Euro. Die politischen Reaktionen deuten darauf hin, dass die Angelegenheit zu einer verstärkten Prüfung der Unternehmensführungspraktiken führen könnte.
