28 April 2026, 04:19

Volleyball-Finale: Lüneburgs historischer Angriff auf Berlins Titel-Dynastie

Eine Gruppe von Männern in blauen 'Ligue 1'-T-Shirts feiert auf einem Volleyballfeld, einige halten die Hände siegreich in die Höhe.

Volleyball-Finale: Lüneburgs historischer Angriff auf Berlins Titel-Dynastie

Das Finale der deutschen Volleyball-Meisterschaft der Männer schreibt Geschichte

Die Entscheidung in der deutschen Volleyball-Meisterschaft der Männer verspricht historisch zu werden: Die SVG Lüneburg trifft in der Best-of-Five-Serie ab dem 7. Mai auf die BR Volleys Berlin. Für Lüneburg geht es um den ersten Titelgewinn der Vereinsgeschichte, während Berlin seinen Rekord mit der zehnten Meisterschaft in Folge ausbauen will.

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Die Ausgangslage ist brisant. Die Berliner mussten in dieser Saison bereits früh das Aus im Pokal-Halbfinale und in der Gruppenphase der Champions League hinnehmen. Lüneburg hingegen geht ungeschlagen in die Finalserie und hat auf dem Weg dorthin lediglich zwei Sätze abgegeben.

Der Aufstieg Lüneburgs ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Seit Stefan Hübner 2010 das Traineramt übernahm, hat sich das Team zu einer dominierenden Kraft entwickelt. In dieser Saison gewannen sie das Pokalfinale gegen Friedrichshafen und beendeten die Hauptrunde erstmals als Tabellenführer. In den Playoffs blieb die Mannschaft bis auf zwei verlorene Sätze makellos.

Ein Sieg würde eine 27-jährige Titeltradition brechen, die bisher nur zwischen Berlin und Friedrichshafen aufgeteilt war – seit 1997 hat kein anderes Team die Meisterschaft gewonnen. Hübner, der trotz Interesse anderer Vereine und des Nationalteams kürzlich seinen Vertrag bis 2030 verlängerte, hat ein Team aufgebaut, das diese Dominanz durchbrechen kann.

Doch Berlin bleibt ein gefährlicher Gegner. Die Hauptstädter führen die direkte Bilanz in dieser Saison an, darunter Siege im Ligapokal und im Rückspiel der Liga. Geschäftsführer Kaweh Niroomand bezeichnet das Finale als "50 zu 50", stellt sich aber voll hinter Cheftrainer Markus Steuerwald. Dieser wurde nach dem überraschenden Abgang von Alexandre Leal am 27. April kurzfristig befördert. Sollte die Serie bis zum fünften Spiel am 13. Mai gehen, wäre er erst 21 Tage im Amt.

Die Rivalität zwischen den Teams ist mit zusätzlicher Schärfe aufgeladen. Letztes Jahr hatte Lüneburgs Geschäftsführer Andreas Bahlburg verkündet: "Der Fernsehturm wackelt" – eine Anspielung auf das Berliner Wahrzeichen. Diesmal konterte Berlins Kapitän Ruben Schott scherzhaft, man werde "diese kleine Turnhalle" in Lüneburgs Heimarena "in Stücke reißen".

Die Finalserie beginnt am 7. Mai – mit Lüneburg auf der Jagd nach dem historischen Triumph und Berlin, das nach einer enttäuschenden Saison die Ehre retten will. Ein zehnter Titel würde die Hauptstädter rehabilitieren, während ein Sieg Lüneburgs das Ende eines jahrzehntelangen Duopols besiegeln und den Aufstieg zur Volleyball-Großmacht krönen würde. Die Serie verspricht höchste Spannung, denn beide Teams werden keinen Zentimeter kampflos preisgeben.

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