VW plant drastische Produktionskürzung – vier deutsche Werke in der Krise
Sebastian FischerVW plant drastische Produktionskürzung – vier deutsche Werke in der Krise
Volkswagen hat vier deutsche Werke als zu teuer im Betrieb eingestuft und damit eine Debatte über Sparmaßnahmen ausgelöst. Das Unternehmen plant, die europäische Produktion um bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr zu reduzieren – fast so viel wie zwei vollständige Werke herstellen. Konzernchef Oliver Blume betont jedoch, dass Werksschließungen die „am wenigsten wünschenswerte Lösung“ seien.
Die vier betroffenen Standorte sind Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm. Zwar sind ihre Kosten hoch, doch das Kernproblem liegt nicht allein bei den Ausgaben, sondern beim Mangel an zukünftigen Produktionsaufträgen. Interne Prognosen deuten darauf hin, dass diese Werke möglicherweise nur noch bis Anfang der 2030er-Jahre Fahrzeuge bauen werden.
Blume bezeichnete Werksschließungen als die „schlechteste und teuerste Option“. Stattdessen schlägt er Kooperationen mit Rüstungsunternehmen oder chinesischen Automobilherstellern vor, um Überkapazitäten abzubauen. Einige dieser Standorte sind tatsächlich kosteneffizienter als die Premiummarken des Konzerns, Porsche und Audi.
Bis 2025 sollen die Kosten pro Fahrzeug in Zwickau unter 4.500 Euro sinken, während sie in Emden etwa 1.000 Euro höher bleiben dürften. Zum Vergleich: Porsches Werk in Leipzig liegt bei über 6.500 Euro pro Auto, und Audis Standort in Neckarsulm bei knapp 6.200 Euro. Dennoch wurden bei Porsche und Audi bisher keine größeren Kostensenkungsdebatten geführt – auch wegen ihrer individuell gefertigten Modelle wie dem Porsche 911.
Weder Audi noch Porsche teilen sich derzeit einen Produktionsstandort in Deutschland. Maßnahmen wie die Kürzung von Arbeiterpausen, die bei Volkswagen diskutiert werden, wurden bei den Premiummarken nicht umgesetzt.
Im Mittelpunkt des Streits steht nicht nur die Kostensenkung, sondern vor allem die langfristige Sicherung der Produktion. Volkswagens Plan, die Jahresproduktion um eine halbe Million Fahrzeuge zu verringern, wird die Zukunft der deutschen Werke prägen. Vorerst gelten Partnerschaften und Effizienzsteigerungen als die bevorzugten Alternativen zu Werksschließungen.






