26 March 2026, 06:19

VW verhandelt mit Rafael: Osnabrücker Werk soll Iron-Dome-Komponenten bauen

Militärfahrzeug mit einer auf einem Gebäude mit einem Banner parkenden Flugabwehrrakete.

VW verhandelt mit Rafael: Osnabrücker Werk soll Iron-Dome-Komponenten bauen

Volkswagen führt derzeit fortgeschrittene Verhandlungen mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael, um sein wirtschaftlich angeschlagenes Werk in Osnabrück umzuwidmen. Die Fabrik, in der bisher der T-Roc Cabrio gefertigt wird, könnte künftig Komponenten für das Luftabwehrsystem Iron Dome produzieren. Das potenzielle Abkommen zielt darauf ab, Arbeitsplätze zu sichern und die Produktion innerhalb der nächsten 18 Monate umzustellen.

Am Standort Osnabrück sind rund 2.300 Mitarbeiter beschäftigt, doch die Zukunft des Werks ist ungewiss, da VW die Produktion des T-Roc Cabrio bis Mitte 2027 einstellt. Nachdem der Rüstungskonzern Rheinmetall Pläne aufgegeben hatte, die Fabrik für die Herstellung gepanzerter Fahrzeuge zu übernehmen, rückt Rafaels Vorschlag als mögliche Rettungslösung in den Fokus. Das israelische Unternehmen, eines der drei größten Rüstungslieferanten des Landes mit einem Umsatz von 4,3 Milliarden Euro im Jahr 2024, entschied sich für Deutschland wegen der hiesigen Ingenieurskompetenz und der regierungsseitigen Unterstützung für Israel.

Laut Vereinbarung würde das Werk schwere Lkw und Startvorrichtungen für das Iron-Dome-System fertigen. Rafael plant, diese Systeme an europäische Regierungen zu verkaufen – darunter auch an Deutschland, das bereits Israels Arrow-3-Raketenabwehr einsetzt. Die Bundesregierung fördert die Gespräche seit Anfang 2026 und signalisiert damit großes Interesse an einer lokalen Produktion. Gleichzeitig hat auch Tschechien angekündigt, das Iron-Dome-System erwerben zu wollen, ohne jedoch einen Zeitplan für die Verhandlungen zu nennen.

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VWs finanzielle Schwierigkeiten im Jahr 2025 haben den Verhandlungen zusätzliche Dringlichkeit verliehen. Falls das Abkommen unterzeichnet wird, könnte die Produktion bereits in 12 bis 18 Monaten anlaufen und den Großteil oder sogar alle aktuellen Arbeitsplätze am Standort sichern.

Die Zukunft des Osnabrücker Werks hängt nun maßgeblich von der Partnerschaft mit Rafael ab. Bei Erfolg würde der Standort von der Automobilfertigung zur Rüstungsproduktion wechseln und europäische Staaten mit Iron-Dome-Komponenten beliefern. Die Beteiligung der Bundesregierung und Rafaels Expansionspläne deuten darauf hin, dass das Abkommen die Rolle der Fabrik in den kommenden Jahren grundlegend verändern könnte.

Quelle