15 May 2026, 20:19

VW zahlt 4.000-Euro-Boni an Mitarbeiter – trotz Rekordverlusten und Dieselskandal

Schwarz-weißer Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1941 mit der Überschrift "Glad News for 1941 Quality and Service at a Fair Price."

VW zahlt 4.000-Euro-Boni an Mitarbeiter – trotz Rekordverlusten und Dieselskandal

Volkswagen hat trotz der Rekordverluste des Konzerns im Jahr 2015 eine Prämienvereinbarung für seine Mitarbeiter finalisiert. Rund 120.000 Beschäftigte erhalten im Mai eine Sonderzahlung von fast 4.000 Euro – und das, während der Dieselskandal das Unternehmen weiterhin belastet. Gleichzeitig bleiben die Streitigkeiten über Boni für die Führungsebene ungelöst, die Kritik an den geplanten Auszahlungen für Topmanager wird immer lauter.

Die Einigung wurde am Freitag von Bernd Osterloh, dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats von VW, bestätigt. Laut dem haustariflichen Entgeltabkommen erhalten tarifgebundene Mitarbeiter jeweils 3.950 Euro. Dies erfolgt trotz der finanziellen Folgen des Abgasskandals, der Volkswagen im vergangenen Jahr schwere Verluste beschert hat.

Stephan Weil, der SPD-Ministerpräsident von Niedersachsen und Mitglied des VW-Aufsichtsrats, begrüßte die Prämienregelung. SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte jedoch die Genehmigung von Millionenauszahlungen an Vorstandsmitglieder, während der Skandal noch nicht aufgeklärt sei.

Für die Führungskräfte sieht die Lage anders aus: Ihre Bezüge werden aufgrund eines überarbeiteten Vergütungsmodells, das an die schwache Unternehmensperformance 2015 geknüpft ist, deutlich sinken. Ein Teil ihrer variablen Vergütung wurde zudem um drei Jahre gestreckt und an die Erholung des VW-Aktienkurses gebunden.

Zusätzlichen Druck übt Norwegens Staatsfonds NBIM aus, der ankündigte, gegen Volkswagen zu klagen. Der Fonds wirft der Konzernführung vor, von der illegalen Abschalteinrichtung, mit der Abgastests manipuliert wurden, gewusst zu haben.

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Die Mitarbeiterprämien werden wie geplant im Mai ausgezahlt. Der Streit um die Managergehälter hingegen dauert an und spiegelt die größeren Spannungen um die Verantwortung wider. Die Klage großer Investoren wie NBIM erschwert Volkswagen zudem den Versuch, den Skandal hinter sich zu lassen.

Quelle