14 March 2026, 06:43

Wacker Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen und startet radikales Sparprogramm

Ein Diagramm, das die Anzahl der von der COVID-19-Pandemie betroffenen Unternehmen in den USA zeigt, mit Abschnitten für die Erholung und wirtschaftliche Erholung, unterteilt nach Branche, sowie begleitendem Text mit zusätzlichen Daten.

Wacker Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen und startet radikales Sparprogramm

Wacker Chemie meldet schwieriges Jahr 2025 mit deutlichem Gewinn- und Umsatzrückgang

Der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie hat für das Jahr 2025 ein herausforderndes Geschäftsergebnis vorgelegt: Hohe Kosten und schwache Marktbedingungen führten zu einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro. Als Reaktion darauf hat das Unternehmen ein ehrgeiziges Sparprogramm gestartet, um die Geschäfte zu stabilisieren.

Der Gesamtumsatz der Gruppe sank um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro einbrach. Die Unternehmensführung hat nun Pläne vorgelegt, um durch die Fokussierung auf wachstumsstarke Bereiche wie Halbleiter und Biotechnologie wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.

Hauptgründe für den finanziellen Abschwung waren rückläufige Absatzmengen, gesunkene Preise und nicht ausgelastete Produktionskapazitäten. Zudem belasteten die anhaltend hohen Energiepreise in Deutschland die Ergebnisentwicklung. Sonderbelastungen und Wertberichtigungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro trieben das Unternehmen schließlich in einen Jahresfehlbetrag von minus 805 Millionen Euro.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, startete Wacker Chemie im Oktober 2025 sein bisher größtes Kostensenkungsprogramm mit dem Namen PACE. Das Programm zielt darauf ab, die jährlichen Ausgaben in Produktion und Verwaltung um mehr als 300 Millionen Euro zu reduzieren. Im Rahmen der Restrukturierung sollen weltweit über 1.500 Arbeitsplätze abgebaut werden, wobei der Großteil der Stellenstreichungen in Deutschland erfolgen wird.

Trotz der Rückschläge hat das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren seine Position im Polysilizium-Markt gestärkt. Mit einer Jahreskapazität von 30.000 Tonnen ist Wacker Chemie mittlerweile der zweitgrößte Produzent für die Halbleiterindustrie. Dieser Aufstieg gelang, während Wettbewerber wie Tokuyama die Produktion einstellten, OCI bei 65.000 Tonnen stagnierte und HEVEL sich aus dem Sektor zurückzog.

Für das laufende Jahr rechnet Wacker Chemie mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA wird auf einen Korridor zwischen 550 Millionen und 700 Millionen Euro prognostiziert. Allein für das erste Quartal wird ein Umsatz von etwa 1,35 Milliarden Euro erwartet, das EBITDA soll zwischen 140 Millionen und 160 Millionen Euro liegen.

Aufgrund des Jahresverlusts werden Vorstand und Aufsichtsrat auf der anstehenden Hauptversammlung vorschlagen, für 2025 keine Dividende auszuschütten. Langfristig setzt das Unternehmen nun auf Spezialprodukte, Halbleiteranwendungen und innovative Biotech-Lösungen, um das Wachstum voranzutreiben.

Die Ergebnisse für 2025 unterstreichen die erheblichen finanziellen Belastungen, die Wacker Chemie zu umfassenden Umstrukturierungsmaßnahmen zwingen. Das PACE-Programm soll die Kosten jährlich um 300 Millionen Euro senken, während der Stellenabbau die Belegschaft neu ausrichtet. Mit einer gestärkten Position im Polysilizium-Markt für Halbleiter positioniert sich das Unternehmen durch gezielte Investitionen in Hochtechnologiebereiche für die Erholung.

Quelle