Warum Rechtspopulismus trotz Scheitern weiter erstarkt – eine überraschende Analyse
Sebastian FischerWarum Rechtspopulismus trotz Scheitern weiter erstarkt – eine überraschende Analyse
Rechtspopulismus wächst weiter – trotz gebrochener Versprechen
Trotz ausbleibender Erfolge gewinnt der Rechtspopulismus weiterhin an Zulauf. Der Soziologe Aladin El-Mafaalani untersucht in seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens", warum immer mehr Menschen das Vertrauen in staatliche Institutionen, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Seine Forschung zeigt, wie misstrauische Menschen enge Netzwerke bilden – und warum die Entlarvung populistischer Inkompetenz kaum dazu beiträgt, das demokratische Vertrauen wiederherzustellen.
El-Mafaalani analysiert, wie das Misstrauen gegenüber traditionellen Systemen die Menschen in die Arme populistischer Bewegungen treibt. Wer etablierten Institutionen skeptisch gegenübersteht, findet oft Gleichgesinnte, die ähnliche Zweifel hegen. Digitale Medien erleichtern es solchen Gruppen, sich zu vernetzen und zu organisieren – und verstärken so ihr gemeinsames Misstrauen.
Das Buch erklärt auch, warum die bloße Widerlegung rechtspopulistischer Parteien wie der deutschen AfD ihre Anhänger nicht zurückgewinnen kann. Selbst wenn Populisten versagen, bleiben ihre Unterstützer ihnen treu, überzeugt davon, dass die liberale Demokratie sie längst im Stich gelassen hat. Stattdessen setzen diese Gemeinschaften ihr Vertrauen in antiestablishment-Parteien, die demokratische Werte ablehnen.
El-Mafaalani wirft zudem ein neues Licht auf den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump oder der AfD. Wer die Dynamik des Misstrauens versteht, so seine These, kann wirksamere Strategien gegen den Populismus entwickeln. Eine ähnliche Frage stellt Peter Unfried, Chefredakteur von "FUTURZWEI": Welche konkreten Schritte können diesen Trend aufhalten?
Das Buch liefert wichtige Erkenntnisse über die Mechanismen des Rechtspopulismus und mögliche Gegenmaßnahmen. Zwar mag die Bloßstellung populistischer Versäumnisse allein kein Vertrauen in die Demokratie zurückbringen – doch El-Mafaalani plädiert für eine intensivere Auseinandersetzung mit misstrauischen Gemeinschaften. Seine Forschung unterstreicht, dass gezielte Ansätze nötig sind, statt pauschaler Abwertung populistischer Wähler.






