Warum sich im deutschen Männerfußball noch immer kein Spieler outet – trotz Fortschritten
Sebastian FischerWarum sich im deutschen Männerfußball noch immer kein Spieler outet – trotz Fortschritten
In den drei höchsten Fußballligen Deutschlands hat sich bisher kein aktiver Spieler als LGBTQ+ geoutet. Auch im März 2026 ist dies nach wie vor der Fall – trotz wachsender Forderungen nach mehr Offenheit im Sport. Gleichzeitig sorgt derzeit ein U19-Trainer des FC St. Pauli für Schlagzeilen, indem er öffentlich über seine sexuelle Orientierung spricht.
Christian Dobrick, U19-Trainer beim FC St. Pauli, outete sich am 24. März 2026 als schwul. Seine Bekanntmachung stellt einen seltenen Moment der Sichtbarkeit im deutschen Fußball dar, auch wenn er selbst kein aktiver Spieler ist. Der einzige weitere prominente Vertreter im Männerfußball, der diesen Schritt gewagt hat, ist Thomas Hitzlsperger, ein ehemaliger Nationalspieler, der bereits im Ruhestand war.
Uli Hoeneß, der einflussreiche frühere Präsident des FC Bayern München, hat sich offen zu dem Thema geäußert. Er betonte, dass ein Trainer, der sich outet, beim FC Bayern auf keine Probleme stoßen und volle Unterstützung des Vereins erfahren würde. Gleichzeitig kritisierte Hoeneß den professionellen Männerfußball dafür, schwule Spieler wie Außenseiter zu behandeln, und bezeichnete die aktuelle Haltung als veraltet.
Der Kontrast zum Frauenfußball könnte kaum größer sein. Dort wird die sexuelle Orientierung von Spielerinnen weitgehend akzeptiert und kaum als kontrovers wahrgenommen. Im Männerfußball hingegen hat sich bisher kein einziger aktiver Spieler in der Bundesliga, 2. Bundesliga oder 3. Liga öffentlich als LGBTQ+ bekannt.
Dobricks Coming-out unterstreicht das anhaltende Schweigen unter den aktiven männlichen Spielern in den deutschen Spitzenligen. Zwar setzen sich Persönlichkeiten wie Hoeneß für einen Wandel ein, doch die Abwesenheit geouteter LGBTQ+-Spieler bleibt unverändert. Die Situation zeigt eine anhaltende Kluft zwischen der Akzeptanz im Frauenfußball und der Zurückhaltung im professionellen Männerfußball auf.






