WM-Fieber in Halle 4: Kollegen wetten mit Döner, Reifen und Gebeten
Philipp FischerWM-Fieber in Halle 4: Kollegen wetten mit Döner, Reifen und Gebeten
Halle 4 hat sich während der FIFA-Weltmeisterschaft in ein lebhaftes Wettbüro verwandelt. Kollegen wetten auf Spiele – mit Einsätzen von Lebensmitteln bis hin zu Autoteilen. Die Begeisterung geht so weit, dass manche sogar versuchen, mit kreativen Methoden die Spielergebnisse zu beeinflussen, darunter Gebete für bestimmte Ausgänge.
Meine Tochter Hatice erhielt fünf Euro, um für das Eröffnungsspiel Deutschlands gegen Curaçao zu beten. Ihre Mühe schien sich zu lohnen: Deutschland gewann mit 7:1. Ermutigt gab ich ihr weitere fünf Euro, damit sie ihre Gebete um 30 Minuten verlängerte – und tatsächlich traf Deutschland in der 38. Minute erneut.
Wetten beherrschen den Arbeitsalltag. Allein für das Spiel Kroatien gegen Ghana schloss ich mit 37 Kollegen Wetten ab, jeder mit anderen Einsätzen: ein Döner, ein voller Tank Sprit oder vier Sommerreifen. Bei jedem WM-Spiel werden mehr als drei Dutzend Wetten abgeschlossen – alle sind in Hochstimmung.
Doch nicht alle Gebete zeigen Wirkung. Franck Ribéry betete einst vor einem Spiel – und brach sich prompt das Bein, bevor sein Team gegen Italien verlor. Trotzdem hält die Tradition an, und niemand nimmt sich während des Turniers frei.
Die Weltmeisterschaft hat eine Welle an Wetttätigkeit und ungewöhnlichen Methoden ausgelöst, um Ergebnisse zu beeinflussen. Die Gebete meiner Tochter für das deutsche Team kosteten am Ende 15 Euro. Mit so vielen laufenden Wetten ist das Turnier zum Mittelpunkt für Fans und Wettsüchtige gleichermaßen geworden.
